Lindt Blockhaus: Erfahrungen im Überblick

Baustelle von Lindt Blockhaus die mehrere Monate ruhte

Über die letzten Jahr erreichen mich immer wieder recht negative Erfahrungen zur Lindt – Fertig Blockhaus GmbH. Positive Berichte zu Lindt Blockhaus liegen mir leider bisher keine einzigen vor. Die „Vorgängerfirma“ Ilimpex (ich bezeichne diese als Vorgängerfirma, da Alexander Lindt – vormals Alexander Iljin – Geschäftsführer dieser war) hatte ebenfalls ausschließlich Problemberichte. Ilimpex Blockhaus geriet in Insolvenz. Alexander Lindt ist heute für die Lindt Fertig & Blockhaus GmbH aktiv und seine Frau Jana Lindt ist als Geschäftsführerin der Gesellschaft eingetragen. Laut der im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanz zum 31.12.2018 verfügt die Gesellschaft über einen Kassen-/Bankbestand von rund 61 tsd. Euro sowie Verbindlichkeiten von rund 177 tsd. Euro. Auf das Stammkapital von 25.000 Euro besteht eine nicht eingeforderte ausstehende Einlage von 10.000 Euro.

Insofern würde ich persönlich Bauherren hier raten, die mir vorliegenden Kritikpunkte von bisherigen Bauherren zu beachten und vor allem vertraglich vorab im Detail zu regeln, wie der Bau abläuft und welche Leistungen konkret enthalten sind. Bauverträge haben üblicherweise bei anderen Herstellern einen Umfang von 30 oder mehr Seiten und ein detailliertes Leistungsverzeichnis sowie einen Bauablaufplan der regelt, wer wann welche Leistung konkret erbringt. Ich empfehle bei kleineren Baufirmen und solchen die wenige Referenzen haben generell, dass man in den Vertrag zudem Pönalen einbaut, d.h. Strafen bei Nicht- oder Minderleistung oder nicht pünktlicher Leistung. So kann man im Fall eines Fehlers Geld einbehalten. Bei Lindt Blockhaus oder ähnlich wirtschaftlich schwächer aufgestellten Firmen macht es Sinn zudem nicht vorab zu zahlen bzw. sich bei Anzahlung über eine Bankbürgschaft der Hausbank des Baubetriebes absichern zu lassen. Im Gegenzug sichert man natürlich die Zahlung gegenüber dem Baubetrieb durch eine Finanzierungszusage bzw. härter durch eine Bankbürgschaft ab, die NACH Lieferung greift.

Baustelle von Lindt Blockhaus die mehrere Monate ruhte

Was sind die immer wieder geäußerten Kritikpunkte über Lindt Blockhaus?

Ich habe hier die wesentlichen Erfahrungen mit Lindt Blockhaus zusammengetragen. Diese sind eine Fortführung der durchweg negativen Erfahrungsberichte von Bauherren der Vorgängerfirma Ilimpex Blockhaus, die in Insolvenz ging.

Unklare Absprachen und Vertragssituation

Enttäuschte Bauherren sind nach Vertragsunterzeichnung vor allem von viele zusätzlichen Kosten überrascht, die im Vertrag nicht erkennbar waren bzw. wo ein Vakuum in der Kommunikation zwischen Bauherr und Baubetrieb war. Der Bauherr geht hier davon aus, dass Positionen wie Dachentwässerung, Montage von Bauteilen außerhalb des reinen Hauses, Innenausbau, Baukoordination, usw. im Preis enthalten sind, was aber nicht der Fall ist. Diese Dinge wurden vorab nicht klar im Vertrag geregelt. Zumeist existieren nur wenige Seiten die wie ein Angebot aussehen und dann gegengezeichnet wurden. Genaue Spezifikationen der Bauteile fehlen, wie z.B. der konkrete Fensterhersteller, der Fenstertyp, die Wärmeschutz und Glasklasse, etc.

Mein Tipp: generell beim Bau eines Hauses den Bauvertrag vorher mit einem Anwalt durchsprechen. Dieser sollte idealerweise schon Blockhaus oder Holzhaus Erfahrungen gesammelt haben, denn hier sind viele Dinge im Zusammenhang mit der Setzung zu beachten, die bei einem Massivhaus anders liegen.

Lindt trennt Aufbau und Lieferung der Bauteile

Fensterrahmen der nicht passt in einem Lindt Blockhaus (Spalt zwischen Dach und Fensterrahmen)

Wie im Blockhausbau durchaus üblich, liefert Lindt seine Blockhäuser nicht schlüsselfertig aus einer Hand. Es wird dem Käufer bzw. Bauherren aber anscheinend öfter suggeriert, wie ich den Erfahrungsberichten zu Lindt die mir vorliegen entnehmen kann. Faktisch bestellt man bei Lindt einen Bausatz und der Aufbau wird von einer Fremdfirma erledigt – in einem Fall dem Verständnis des Bauherren nach auch trotz vorher klar anderer Absprache. Mein Tipp hier ist, dass man als Bauherr vorher zu der Montagefirma auch Auskünfte und Referenzen einholt und dann gleichzeitig mit dem Liefervertrag für die Bauteile einen Vertrag abschließt. Es obliegt dann dem Bauherren klar zu regeln, welche Leistungen durch welchen Vertrag abgedeckt sind. Im Haftungsfall wird es komplizierter, weil sie zwei Ansprechpartner haben, die sich nicht zwingend ergänzen. Zudem spielt auch der planende und betreuende Architekt eine Rolle.

Mangelhafte Montage, Baubetreuung und schleppende Bauablauf

Da die Montage nicht durch Lindt selber durchgeführt wird, sondern von Fremdfirmen (die Lindt Website suggeriert hier etwas anderes), ist Lindt lediglich für die Lieferung der Bauteile verantwortlich. Hier passt aber öfter die Pünktlichkeit nicht. Teils berichten Bauherren auch, dass sie das Geld an die Bauteillieferanten für z.B. die Fenster direkt zahlen müssen, da die liquiden Mittel von Lindt hierfür nicht ausreichen. Hierdurch ergeben sich immer wieder Verzögerungen im Bauablauf, die nicht von der Aufbaufirma zu verantworten sind.

Dachentwässerung an einem Lindt Blockhaus, die schief und im oberen Teil unschön montiert ist

Vielen Bauherren ist der Bauauflauf naturgemäß unklar, da sie ihr erstes Haus bauen. Hier liegt es immer in der Verantwortung der Baufirma oder des Blockhaus Lieferanten für Klarheit zu sorgen. Auch hier liegt bei Lindt öfter ein Problem vor, da den Bauherren nicht klar ist, wer welche Leistung wann erbringen muss. Ich rate dazu dies unbedingt über einen Bauablaufplan vor Baubeginn zu regeln, mit klaren Daten zu versehen und vertraglich zwischen allen Beteiligten zu verabreden. So vermeiden Alle, dass die jeweils anderen Parteien ein Gewerk nicht pünktlich oder in der erforderlichen Güte liefern und damit nachgelagerte Bauabschnitte nicht ausgeführt werden können.

Die Qualität der Montage bei Lindt Blockhäusern war in einigen Fällen nicht ordentlich ausgeführt. Hier sind vor allem Dinge genannt, wie Ablage der Lieferung des Holzes im Matsch, nicht erfolgte Abdeckung der Blockbalken vor verlassen der Baustelle (= es regnet und die Balken haben Schlieren), nicht ordentlich montierte Innen- und Außenverkleidung der Fensterrahmen, Setzungsprobleme durch nicht oder fehlerhaft montierte Stellschrauben bzw. Rutschleisten, mangelnde Ausführung des Dachanschlusses, usw.

Vor dem Bau sollte man sich unbedingt nicht nur Referenzhäuser des Lieferanten der Bauteile anschauen, sondern auch solche die der selbe Montagebetrieb gebaut hat. Mit dem Montageteam sollte man schon vor dem Bau Kontakt haben. Dieses Team wird über die gesamte Bauzeit der Hauptansprechpartner sein.

Keine Nachsorge

Ich habe mehrere Feedbacks, dass nach der Bauphase bei Fehlern keine bzw. wenn dann eine sehr schleppende Reaktion von Lindt erfolgt. Auch wird nicht proaktiv angeboten die Themen der Setzung zu lösen, d.h. die ersten Monate nach Einzug immer wieder vor Ort die nötigen Korrekturen an Fenstern, Türen, Verkleidungen oder Stützen vorzunehmen. Ich würde beim Bau einer Blockhauses diese Arbeiten für die ersten 2 Jahre nach Bau unbedingt mit aufnehmen.

Mein persönliches Fazit zu Lindt Blockhaus

Auch wenn der Preis auf den ersten Anschein günstig erscheint, kommt man in Summe auf einen ähnlichen Preis wie bei Nordic Haus, Norwood oder Fullwood. Hier bzw. auch bei vielen anderen Blockhaus Baufirmen denkt und vor allem handelt man meiner Meinung nach aber besser hinsichtlich des Kundenfokus und hat klarere vertragliche Regelungen. Mir persönlich wäre das Risko eines Baus mit Lindt aktuell absolut nicht tragbar, da alle Erfahrungsberichte wie auch die meiner Einschätzung nach wirtschaftliche Lage klar gegen Lindt sprechen.

Für Lindt wäre es sicherlich ratsam vertraglich deutlich mehr im Detail zu regeln und Bauteile, Bauablauf usw. zu spezifizieren um so zu einer besseren Zusammenarbeit mit den Bauherren zu kommen. Ich würde mich über – wie immer belegbare – weitere Erfahrungsberichte zu Lindt Blockhaus freuen. Gerne direkt hier in den Kommentaren.

Reaktion von Lindt Blockhaus auf diesen Artikel

Zwei Tage nach der Veröffentlichung dieses Artikels Ende Juni 2019 meldete sich Herr Artur Iljin per E-Mail und bat um telefonische Kontaktaufnahme. Am Tag drauf schrieb Lindt Blockhaus durch Alexander Lindt wie folgt.

Sehr geehrter Herr Schmitz,
da Sie auf die Schreiben von meinem Kollegen Herrn Artur Iljin vom 03.07.19 nicht reagiert haben, sind wir gezwungen dieses Belangen an unsere Anwälte weiter zu leiten.
Ich brauche Sie nicht über die rechtlichen Mittel zu informieren. Der Schaden, den Sie uns mit Ihrem Unternehmen zufügen, wird dementsprechend von den Fachleuten ermittelt.
Um eine Schadensersatzklage zu vermeiden, geben wir Ihnen eine letzte Frist bis heute Abend (04.07.2019) den Bericht von Ihrer Webseite zu erfernen.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
 
Freundliche Grüße aus Rosenberg

Alexander Lindt
Projekt- & Baumanager
P.S. Über den Bericht auf Ihrer Webseite haben wir von einem unserer Kunden erfahren, der kurz vor dem Vertragsabschluss stand. Die Vertragssumme beträgt ca. 300.000 Euro, davon geht unser Gewinn in Höhe von ca. 70.000 Euro bereits verloren.  
Sie können sich sicherlich vorstellen, was für ein Schaden Sie uns bereits verursacht haben. Sollten Sie auf unsere AUFFORDERUNG nicht rechtzeitig reagieren, werden wir mit allen Mitteln gegen Sie vorgehen. 
Da ich – wie auch bei anderen Berichten zuvor – die Kontaktaufnahme durch Anwälte bzw. deren Androhung gewohnt bin, warten wir einmal ab, was jetzt passiert. Das ist meine übliche Reaktion, wenn man nicht in der Lage ist persönlich zu reden, sondern Anwälte bemühen möchte. Lindt war zumindest bis jetzt nicht gewillt oder in der Lage Sachfakten zu liefern, wie Referenzen von zufriedenen Bauherren. Das wäre in meinen Augen die beste Antwort, bzw. klare Stellungnahmen zu den Sachfakten die mir vorliegen.

4 Kommentare zu "Lindt Blockhaus: Erfahrungen im Überblick"

  1. S. Pflüger | 29. Juni 2019 um 13:30 |

    Mehr als 3 Jahren nach Baubeginn möchte ich über unsere Erfahrungen mit der Firma Lindt-Fertig Blockhaus GmbH berichten. Das Gerichtsverfahren ist zwischenzeitlich beendet. Die Mängel am Haus wurden auf unsere eigenen Kosten bzw. in Eigenleistung beseitigt und so mancher ärgerlicher Mangel besteht noch. Ich kann vor dieser Firma nur warnen.

    Doch nun zum Anfang. Schon sehr lange träumten wir vom eigenen Blockhaus. Wir haben uns einige Anbieter angesehen und sind dann wegen des (auf den ersten Blick) attraktiven Preises bei Lindt Blockhaubau gelandet. Die ersten Gespräche liefen informativ und freundlich ab und wir haben den Vertrag unterschrieben. Im Nachhinein wissen wir, dass unsere Naivität bei Vertragsunterzeichnung unser großer Fehler war. Der „Vertrag“ besteht aus einem verbindlichen Angebot für ein winterfestes Haus nach unseren Architektenplänen und einem Baubetreuungsvertrag. Zusammen etwa 5 Seiten dünn und die wirklich wichtigen und (für ein Gerichtsverfahren) verbindlichen Themen wurden nicht erfasst. Ich kann nur jedem raten, vor Unterzeichnung einen Rechtsanwalt zu Rate zu ziehen.

    Nach Abschluss des Vertrages kamen schnell die ersten Überraschungen bei den Leistungen zu Tage. Unser winterfestes Haus bestand auf einmal nur noch aus den Aussenwänden. Die vorher versprochenen Innenwände gehörten nun nicht mehr zum Angebot und mussten von uns in Eigenleistung aufgestellt werden. Mhmm… ok… Klar haben wir kein schlüsselfertiges Haus gekauft… Aber dass weder die Geschossdecke noch die Innenwände zur Leistung dazugehören hat uns dann doch überrascht.

    Zusätzliche Überraschung war, dass im Obergeschoss nun die Aussenwände in Holzständerbauweise gebaut wurden. Und nicht wie im Untergeschoss mit Doppelwänden und Perlite-Füllung. Nun gut. Wir bekamen ein ungutes Gefühl, was unsere Vertragsunterzeichnung betraf – aber nun waren wir im Vertrag und hofften einfach, dass es gut geht. Leider war dem aber nicht so.

    Beim nächsten Treffen mit Herrn Lindt besprachen wir weitere Details, wie z.B. Elektrik, Sanitär oder Kaminbau. Immer sprach er davon, dass der Aufbau des Blockhauses von „seinen Leuten“ gemacht wird. Für die weiteren Tätigkeiten würde er uns Handwerkerfirmen empfehlen bzw. vermitteln können. Diese Empfehlungen oder Vermittlungen sind nie geschehen. Im Gegenteil. Herr Lindt hat uns später darauf aufmerksam gemacht, dass er mit diesen Gewerken nichts zu tun hat und sie auch nicht in seine Pflichten als Baubetreuuer fallen. Wir haben also selbst nach Handwerkern gesucht und die Arbeit auf der Baustelle (600 km von unserem bisherigen Haus entfernt) gekümmert. Unser Baubetreuuer Herr Lindt war während der Bauphase nur 3 mal persönlich auf der Baustelle. Mängel wurden immer nur von uns entdeckt und bei ihm gemeldet. Sollte das bei einer bezahlten Baubetreuung nicht anders herum sein?

    Nun zum Thema „seine Leute“. Auf unserer Baustelle arbeiteten 2 verschiedene Team von ca. 8 Mitarbeitern. Sie kamen mit einem Fahrzeug der Fa. Lindt und trugen Jacken mit der Aufschrift Lindt. Dennoch stellte sich jetzt heraus, dass diese Teams eine eigene Rechnung stellen und wir direkt an diese bezahlten. Immer noch naiv, fanden wir das zwar dubios, haben aber das Spiel mitgemacht. Wir haben keinen eigenen Vertrag mit diesen Teams abgeschlossen. Sie wurden von der Fa. Lindt gesteuert und zur Baustelle geschickt bzw. auch wieder abgezogen. Allerdings hat sich bei den Mängelvorwürfen herausgestellt, welch Vorteil diese eigene Rechnungsstellung für die Fa. Lindt war. Sie haben sich aus der Verantwortung gezogen und die Mängel und deren Beseitigung auf die Handwerkerteams abgewälzt. Auch mit diesen haben wir ein Klageverfahren begonnen – aber diese haben ihren Sitz in Polen und unser Rechtsanwalt hat uns direkt gesagt, dass das eine Anstrengung ist, die sich nicht lohnt.

    Nun zur Bauphase:

    Die Teams aus Polen machten leider nur beim direkten Blockhausaufbau gute Arbeit. Ansonsten kam es vor, dass sie die Baustelle fürs Wochenende verliessen, ohne z.B. das Dach mit Folie abzudecken. Unser Holz lag in tiefen Pfützen auf der Bodenplatte bzw. draussen im nassen Dreck. Schwarze Schlieren liefen bei Regen auf der Hausinnenwand von der Dachpappe herunter und blieben auch auf dem Holz haften. Das schien ihnen ziemlich egal zu sein.

    Eskaliert ist unsere Zusammenarbeit mit der Fa. Lindt dann wegen der trapezförmigen Fenster im Obergeschoss. Diese wurden von der Fa. Lindt bei einer Firma in Estland bestellt. Wir mussten die Bestellung abzeichnen und auch schon vor Lieferung bezahlen. Bei Nichtbezahlung wurde damit gedroht, dass die Fenster nicht geliefert werden. Also haben wir auch das mitgemacht.
    Bei Einbau der Fenster stellte sich heraus, dass die Winkel der Fenster nicht in die Fensteröffnungen passten. Wir können das mit Fotos belegen. Herr Lindt kam auf unseren Anruf hin am Wochenende auf die Baustelle, hat vor Zeugen eingestanden, dass er einen Berechnungsfehler gemacht habe und er sich um Ersatz kümmern würde. Doch im Nachhinein hat er diesem Eingeständnis widersprochen und den Fehler auf die Fa. in Estland bzw. auf uns abgewälzt. Immerhin hätten wir die Bestellung unterschrieben und direkt bei der Fensterfirma bestellt.

    Wir haben zu diesem Zeitpunkt sämtliche noch ausstehenden Zahlung an die Fa. Lindt eingestellt, was diese widerum zum Anlass nahm „ihre Leute“ von unserer nicht fertiggestellten Baustelle abzuziehen. Danach haben wir die Arbeiter nie wieder gesehen und mit der Fa. Lindt nur noch über Rechtsanwälte bzw. zum Schluss vor Gericht kommuniziert.

    Aufgrund der sehr dünnen Vertragslage und den unwahren Aussagen des Ehepaares Lindt kam es bei der Gerichtsverhandlung zu einer Art Vergleich bei 50% der von uns geforderten Summe. Da Frau Lindt vor Gericht beteuerte, dass sie die 16.000 Euro nicht bezahlen könnten und dann Insovenz anmelden müssten, haben wir uns auf Anraten unseres Anwalts mit der Teilsumme von 5.000 Euro einverstanden erklärt. Lieber das – als bei einer Insovenz überhaupt nichts zu bekommen. Inzwischen hatten wir nämlich recherchiert, dass Herr Lindt bereits schon einmal mit seiner Hausbaufirma Ilimpex Insolvenz angemeldet hat, um Schadenersatzleistungen nicht zahlen zu müssen. Mit diesem Geschädigten standen wir einige Zeit in Kontakt und unsere Geschichten ähneln sich sehr.

    Nach dem Gerichtsverfahren möchten wir mit dieser unschönen Erfahrung emotional abschliessen. Unser Haus ist trotz allem schön geworden. Die passenden Fenster fürs Obergeschoss haben wir von einer örtlichen Firma neu machen lassen. Alle anderen Mängel wurden bzw werden noch von uns korrigiert.

    Es ist mir ein Anliegen, vor dieser Firma zu warnen. Auf jeden Fall sollte man nicht so naiv wie wir in das Thema Hausbau schlittern, sondern von Anfang an einen Anwalt hinzuziehen, der die Verträge prüft. Auch hinsichtlicher der Pflichten in der Baubetreuung.

    Zum Schuss noch ein Überblick über die Mängel:

    – Dachrinnen nicht ordnungsgemäß angebracht. Keines der Rohre hat eine fachgerechte Verbindung mit dem Entwässerungssystem
    – an den Innenseiten der Außenwände im Obergeschoss fehlt die Holzvertäfelung. Die OSB-Platten sind sichtbar
    – im Obergeschoss befinden sich zwei 800qcm große Löcher bin der Aussenwand
    – im Dach fehlt die gesetzlich vorgeschriebene Öffnung für die Entlüftung der Toiletten
    – das Material für den Carport wurde nicht geliefert
    – Fenster im Obergeschoss haben passen nicht in die Öffnungen
    – Aussentüre schliest nicht korrekt. Die vereinbarte Dreifachverriegelung fehlt
    – Fenterrahmen sind nicht fachgerecht (sondern schief) angebracht

    Ich gehe davon aus, dass Fa. Lindt behaupten wird, die Eskalation sei wegen Zahlungsunzuverlässig von unserer Seite aus geschehen. Es stimmt, wir haben 1 Lieferantenrechnung und 1 Rechnung der Fa. Lindt mit Verzögerung bezahlt. Unsere Bausparkasse hat sich etwas schwer getan, den Baufortschritt anzuerkennen, da dieser sich bei einem Holzhaus doch sehr von einem „normalen“ Hausbau unterscheidet. Und somit wurden Gelder immer erst nach mehrmaligem Kontakt freigegeben.
    Hier also unsere Warnung an alle zukünftigen Holzhausbauer, bei der Bank oder Bausparkasse frühzeitig das Thema Freigabe von Geldern anzusprechen.

    Auch gehe ich davon aus, dass sie darlegen werden, das wir ihre Rechnung über 2.817 Euro für Dachrinnen nicht bezahlt haben. Auch das ist wahr. Wir haben jegliche Zahlungen an diese Firma eingestellt, da sich die Mängel häuften und wir zuerst eine Beseitigung der Mängel (oder zumindest die Bereitschaft dazu) sichergestellt haben wollten.

    Alles in allem haben wir ca. 34.000 Euro zur Beseitigung der Mängel zusätzlich bezahlt und sehr viel Eigenleistung (Zwischengeschoss und Innenwände) in unser Haus gesteckt.

  2. Mittlerweile hat sich ein Rechtsanwalt für die Lindt-Fertig Blockhaus GmbH zu dem Kommentar gemeldet und mich aufgefordert den Kommentar zu entfernen. Das Unternehmen meint für etwaige Mängel nicht verantwortlich zu sein. Mir liegt der entsprechende Vergleich des Ulmer Landgerichts (Aktenzeichen 4 O 246/17) vor, in dem Lindt an den Bauherren zahlen musste.

  3. Ewald Kopp | 11. März 2020 um 08:06 |

    Wir waren mit dem Projekt im Bayerischen Wald beauftragt. Gewerk Elektro-Installation.
    Ich kann nur bestätigen: schlechte Planung, falsche Angaben, keine Zahlung der vereinbarten Beträge….
    Den Kunden hat die Firma Lindt im Regen stehen lassen.
    Hinzu kommt nahezu erpresserisches Vorgehen, Nachberechnung von Arbeiten die eigentlich Umfang des Projektes waren; und Bauausführung erst wenn wieder bezahlt wird.
    Bei Mängeln wird darauf verwiesen, dass die Firma Lindt nur Baubegleitung macht!
    Die in seinem Team genannten Mitarbeiter sind Subunternehmer und arbeiten auf eigene Rechnung!
    Mein Rat: Finger weg von dieser Firma
    Mit freundlichem Gruß
    E. Kopp, http://www.kopp-elektro-heizung.de

  4. Schmidt, Marco | 15. März 2020 um 22:00 |

    Vielen Dank, dass es euch gibt, die uns vor solchen Baufirmen warnen.

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