Kompendium Heizen & Energie

Batteriespeicher Autarkmein Viessmann Vitocharge VX3 Stromspeicher

Wenn ich eins in den letzten Jahren gelernt habe: Mit Heizung, Stromerzeugung, -speicherung und Lüftung muss man sich VOR DER HAUSPLANUNG intensiv beschäftigen. Es ist unerlässlich, denn die Ausrichtung des Hauses auf dem Grundstück, das Grundstück selbst, der Gebäudegrundriss wie auch Deckenhöhe usw. sind essentiell, wenn man gefördert und dauerhaft energetisch günstig bauen möchte.

Bevor es also an die Auswahl des Hausherstellers, der Gebäudeform oder des Grundstücks geht, muss man sich tiefgreifend mit Heizung, PV-Anlage, Batteriespeicher, Lüftung & Co. beschäftigen.

Alle entsprechenden Informationen habe ich hier über das Feedback von mehr als 400 Bauherren über 2 Jahre zusammengetragen und mir eine möglichst objektive Meinung gebildet. Hierbei habe ich nicht nur die Kosten der diversen Anlagen sondern auch die Leistung der verschiedenen Anbieter wie Buderus (Bosch), Senec, Vaillant, Viessmann und andere verglichen.

 

Die Hintergründe

Batteriespeicher Autark

mein Viessmann Vitocharge VX3 Stromspeicher

War es früher nur teuer ein Haus mit schlechter Energiebilanz zu beheizen, sind heute und in Zukunft nochmals verschärfte gesetzliche Vorgaben verpflichtend einzuhalten. Das bedeutet für den Bauherrn, ein neues Wohngebäude zwingend als Energiesparhaus planen und bauen zu müssen.

Hintergrund dieser gesetzlichen Auflagen ist das Ziel der Bundesregierung, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand in Deutschland zu erwirken. So soll zum Beispiel die CO­2 Emission, bis zu diesem Zeitpunkt vollständig vermieden oder zumindest kompensiert werden. In meinen Augen für zukünftige Generationen eine Pflicht der heutigen Bauherren.

Auf dem Weg dorthin gab es bereits viele Auflagen und weitere werden folgen. Durch die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) sind zum Beispiel folgende Standards für Bauherrn zu beachten:

  • Die Einhaltung des neuen Primärenergiebedarfs (der Primärenergiebedarf ist höher als der Endenergiebedarf, da er auch Energieverluste durch Energiegewinnung, Energietransport, Energieumwandlung usw. berücksichtigt).
  • Eine verbesserte Gebäudedämmung (mehrfache Fensterwärmeschutzverglasung, hochdämmende Gebäudewände, Dach- und Kellerdämmung).
  • Abdeckung des Wärmebedarfs durch anteilige, erneuerbare Energien.
  • Angabe der Energieeffizienzklasse und der Registriernummer im Energieausweis.

Letztendlich ist Energieeffizienz im Neubau nicht nur verpflichtend, sondern spart dem Bewohner auch viele Kosten.

Dieser Ratgeber informiert unabhängig zum Thema „Heizen & Energie“ und zeigt die gängigen Möglichkeiten auf, um Ihr Haus für die Zukunft perfekt auszustatten.

Die Beratung durch alteingesessene Installateure ist nicht immer objektiv und neutral. Sie haben viel Erfahrung in klassischen Heizmethoden wie Öl- und Gasheizung. Diese sind aber häufig nicht die beste und kostengünstigste Lösung. Viele Alternativen sind mittlerweile überlegen und vor allem zukunftsträchtiger.

Auch sind für die meisten Installateure und Haustechnikfirmen PV-Anlagen, Stromspeicher und HEMS (Haus-Energie-Management-Systeme) Fremdwörter bzw. sie haben diese noch nie installiert.

Seit mehreren Jahren habe ich mich nun sehr intensiv mit den besten Heizungslösungen für Gebäude beschäftigt und gebe hier meine persönliche Meinung weiter.

Dazu habe mich umfassend im Internet informiert und bin dann mit meinen Vorstellungen zu den Installateuren gegangen. Diese haben es stets aufs Neue versucht, mich von einer klassischen Gasheizung zu überzeugen oder waren nicht in der Lage mich umfassend über PV-Anlage oder ähnliches zu beraten.

Ein weiterer wichtiger Punkt aus meinen persönlichen Erfahrungen ist die Verteilung der Fachkompetenzen. Es ist ein großer Vorteil, wenn alle systemrelevanten Bauteile von Steuerung bis zur betriebsfertigen Heizanlage aus einer kompetenten Hand stammen. Dies ist zum Beispiel bei Viessmann der Fall. So stehen ein Ansprechpartner und eine Bezugsquelle für die komplette Heizanlage zur Verfügung.

Warum Sie sich vor der Hausplanung mit der Haustechnik beschäftigen müssen

Ich persönlich habe VOR DER HAUSPLANUNG die wesentlichen Eckpfeiler für Heizung und Energieversorgung festgelegt. Das würde ich jedem Bauherren raten!

Viele Bauherren fangen zu spät damit an, sich Gedanken um ein energetisches Konzept zu machen. Für den energetischen Hausbau ist dies jedoch sehr wichtig, da bereits die Baugrundstücksauswahl entscheidenden Einfluss auf die Realisierung hat.

Ein weiterer einflussnehmender Faktor ist zudem der Gebäudestandort auf dem Grundstück, sowie die Ausrichtung der Gebäudeflächen. Fehlplanungen bzw. Fehlentscheidungen führen zu Einschränkungen der erreichbaren Effizienz.

Die Auswahl der einsetzbaren technischen Möglichkeiten, ist von den richtigen Entscheidungen abhängig und kann durch Standorte eingeschränkt werden. Durch falsche oder zu späte Planung, wird somit das optimale Ergebnis oft auf einen Kompromiss herabgestuft.

Wichtig: Nur eine gute und frühzeitige Planung stellt sicher, dass Ihr Haus dauerhaft günstig im Verbrauch ist oder sogar über Stromerzeugung mehr Geld verdient als es kostet. Ein Energie Plus Haus erzeugt einen Energie Überschuss der verkauft wird und damit z.B. das Haus abzahlt! Kostenfrei wohnen ist toll!

Wesentlich zu beachten vor der Hausplanung

Diese wesentlichen Faktoren sind essentiell für dauerhaft günstiges Wohnen und somit vor der Hausplanung und dem Grundstückskauf zu berücksichtigen:

  • Optimale Sonneneinstrahlung (Gewinnmaximierungsprinzip): Grundstück sowie Baukörper profitieren von einer maximalen Sonneneinstrahlung. Grundsätzlich ist darauf zu achten, so viel Wärme wie möglich durch die Sonneneinstrahlung zu erhalten. Das Grundstück und bauliche Maßnahmen unterstützen diesen Effekt, wenn auf Abschattungen (zum Beispiel durch hervorstehende Erker) verzichtet wird.
  • Energieverluste vermeiden (Verlustminimierungsprinzip): Parallel zum Gewinnmaximierungsprinzip findet das Verlustminimierungsprinzip Anwendung. Der Reduzierung oder Vermeidung von Energieverlusten (zum Beispiel durch Transmissionswärme oder Lüften), wird durch eine effektive Wärmeisolierung entgegengewirkt. Aber auch Faktoren wie Windverhältnisse und Umgebungstemperatur (Grundstückswahl und Baukörperstandort), wirken sich zusätzlich auf Energieverluste aus.

So lassen sich schon vor und bei der Planung des Hauses viele wichtige Faktoren positiv vorentscheiden. Einige Entscheidungen werden durch bauliche Vorschriften und Regelungen eingeschränkt (Baufenster in einem Bebauungsplan). Auch das kann jedoch regional sehr unterschiedlich ausfallen. Bei einer Auswahl mehrerer Baugrundstücke wirkt sich oft schon ein geringer Ortswechsel aus. Am Stadtrand sind die Möglichkeiten oft weniger limitiert als in Stadtmitte.

Tipp: Vor dem Kauf des Grundstücks unbedingt den Bebauungsplan einsehen. Ist eine maximal Dachausrichtung nach Süden machbar? Ist eine Tiefenbohrung für eine Sole-Wärmepumpe erlaubt? Kann das Dach mit der idealen Neigung von ca. 30 Grad (im Norden steiler, im Süden flacher) gebaut werden?

 

Welche Gedanken sollten Sie sich machen?

Umso mehr im Detail schon vor oder während der Planung berücksichtigt wird, umso effizienter wird das Gesamtergebnis ausfallen. Oft wird zuerst das Traumhaus mit verspielten und verwinkelten Erkern und Wänden erdacht. Bei der späteren Realisierung ist es dann schwer, über eine drittklassige Energiebilanz hinauszukommen. Das Wohnen ist damit dauerhaft deutlich teurer.

Vor dem Grundstückskauf

Diese Faktoren sind vor dem Grundstückskauf zu beachten, um eine optimale Energiebilanz zu ermöglichen und damit günstig zu wohnen:

  • Örtliche Wind- und Klimaverhältnisse: In Höhenlagen herrscht mehr Wind, wodurch auch mehr Wärme abtransportiert wird. In tiefer gelegenen Lagen ist dagegen häufiger mit Nebel zu rechnen (besonders in Talsohlen und in Flussnähe). Hochwasser kann zudem die Wärmegewinnung aus dem Erdreich/Grundwasser gefährden. Klima- und Windverhältnisse beeinflussen, wie viel mit Energie kompensiert werden muss.
  • Hohe Besonnung und geringe Verschattung:B. durch Bäume oder andere Gebäude. Hierbei gilt es auch soweit wie möglich, zukünftige Bauplanungen in der nahen Umgebung zu berücksichtigen. Ein freier Bauplatz nebenan oder gegenüber wird nicht ewig frei bleiben.
  • Optimale Gebäudeausrichtung: Erlaubt der Bebauungsplan der Gemeinde eine optimale Ausrichtung des Gebäudes (zum Beispiel mit dem Hauptdach nach Süden)?
  • Kompakte Gebäudeform und Größe der Gebäudehülle: Abgleichung mit Bebauungsplan. Es lassen sich auch zweckdienliche Formen ästhetisch ansprechend realisierenJ.

Gebäudeplanung

Für die Gebäudeplanung sind vor allem diese Fakten wichtig:

  • Nutzung des Gebäudes: Bewohneranzahl, Wunschtemperatur einzelner Räume und Frischluftbedarf sind essentiell um die Heizung optimal zu planen. Richten Sie sich hier nach dem Bedarf in Zukunft, d.h. wenn Kinder erwartet werden, sollte dies berücksichtigt werden.
  • Energieverbrauch: Welchen Stromverbrauch hat der Haushalt aktuell und was wird in der Zukunft antizipiert mit ggf. mehr Einwohnern, Einliegerwohnung oder E-Autos? Wir haben mittlerweile 2 E-Autos und damit einen deutlich höheren Strombedarf. Ich gehe davon aus, dass der Strombedarf über die kommenden Jahrzehnte generell wächst. Auch durch mehr Homeoffice (ausgelöst durch Corona), wird der Energiebedarf und Stromverbrauch im Eigenheim steigen.
  • Lüftungsanlage (mit/ohne Wärmerückgewinnung): Eine Wärmerückgewinnung lohnt sich, um den Energiebedarf zu senken.
  • Alternative Wärmeerzeugung und Warmwasserbereitstellung: Der Gesetzgeber fordert ((EnEV und EEWärmeG), anteilig Wärme und Energie aus erneuerbaren Energien zu beziehen.

So hat auch die Einteilung der häufig genutzten Räume innerhalb des Gebäudes Einfluss. Wenn bautechnisch möglich, liegen Wohnräume am besten südlich im Gebäude, weniger genutzte Räume nördlich (Schlafzimmer, Hobbyräume etc.). Große isolierte Fensterflächen in südlich gelegenen Räumen bzw. auch transparente Wärmedämmung, wirken dabei unterstützend zum Aufheizeffekt.

Ebenso gibt es günstige und ungünstige Verhältnisse bei den Wänden von beheizten Wohnflächen zur Außenfläche. Optimal ist das Verhältnis bei einer kompakten Bauform, zum Beispiel einer Kastenbauform. Dadurch reduzieren sich nicht nur Wärmeverluste, sondern der Aufwand für Wärmedämmung reduziert sich ebenfalls.

Weitere Planungsentscheidungen werden abverlangt, wenn folgende Themen in den Fokus rücken:

  • Autarkie
  • Ökologie / Nachhaltigkeit
  • Preisentwicklung

Diese werde ich nachfolgend näher beleuchten.

Autarkie

Als autarkes Haus/Wohngebäude ist ein von Fremdversorgung unabhängiges Haus zu verstehen. In der Regel ist im Detail jedoch ein energetisch unabhängiges Haus gemeint. Hier geht es nicht um die absolute Selbstversorgung durch Brunnen oder eigenem Nahrungsanbau, sondern um die unabhängige Energieversorgung mit Strom und Wärme.

In der Praxis lässt sich eine Autarkie herstellen, wenn eine dezentrale Wärmequelle (Heizquelle ohne Versorgungsnetzanschluss) verwendet wird und der Strom zum Beispiel aus einer Photovoltaikanlage stammt. Im Unterschied dazu sind Plusenergiehäuser, Aktiv-Häuser, Passivhäuser und KFW-Effizienzhäuser noch auf eine öffentliche Energieversorgung teilweise angewiesen oder zumindest daran angebunden.

Eine vollkommene energetische Autarkie ist nicht einfach herzustellen und bedarf zum Beispiel einer Überdimensionierung der Photovoltaikanlage für die Wintermonate. Sie ist auch meistens nur dann unabdingbar, wenn andere Versorgungsmöglichkeiten nicht zur Verfügung stehen (zum Beispiel abseits der Versorgungsanschlüsse).

Hauptziel einer energetischen Autarkie ist für die meisten Bauherren eine Kostenersparnis. Zugleich besteht dadurch eine größtmögliche Unabhängigkeit von zukünftigen Preisentwicklungen. Als Nebeneffekt kann ein energetisch autarkes Wohnhaus natürlich auch Stromausfälle weitgehend kompensieren. In einigen Regionen (vor allem ländlichen Gebieten) ist die Häufigkeit von Stromausfällen durch Unwetter und zerschlagene Überlandleitungen deutlich höher als in Stadtgebieten.

Als Möglichkeiten einer autarken Stromversorgung stehen folgende Technologien zur Verfügung:

  • Photovoltaikanlage (Energiequelle Sonnenenergie)
  • Stromaggregate (betrieben mit fossilen Brennstoffen)
  • Windrad oder Windturbine
  • Blockheizkraftwerk

Auch eine Kombination mehrerer dieser Möglichkeiten ist denkbar. Dadurch können Verbrauchsspitzen kompensiert werden. Zudem kann auch die eigene Stromerzeugung einem Defekt unterliegen und ausfallen. Dann ist es gut, eine weitere Möglichkeit im Notfall nutzen zu können.

Gleich der Autarkie in der Stromerzeugung, ist dies auch mit der Wärmeerzeugung möglich. Allerdings besteht dazu mit Ausnahme der Solarthermie eine Abhängigkeit zur Brennstoffbeschaffung:

  • Blockheizkraftwerk
  • Klassische Gas- oder Ölheizung
  • Holzheizung (Kamin, Pelletheizung)
  • Brennstoffzelle (autark durch Wasserstoff, Solarstrom und Energiespeicher)

Autark in Abhängigkeit zum selbst produzierten Solarstrom kann auch eine Wärmepumpe fungieren.

In meinen Augen ist eine vollständige Autarkie aktuell nicht erstrebenswert. Eine weitgehende ist es aber in jedem Fall. Strom mit der PV-Anlage zu erzeugen, diesen in einem Stromspeicher zu puffern und für die E-Autos, den Haushaltstrom und die Wärmepumpe zu Heizzwecken zu nutzen, ist eine perfekte und zukunftssichere Lösung.

Ökologie / Nachhaltigkeit

Schon bei der Wahl der Baumaterialien stehen für ein Holz- und Blockhaus viele Möglichkeiten offen, um auf ökologische Gesichtspunkte und Nachhaltigkeit zu achten. Zahlreiche umwelt- und ressourcenschonende Baustoffe stehen zur Auswahl. Dabei sollten auch die Herstellung und Transportwege in den ökologischen Aspekten Berücksichtigung finden.

Ökologie und Nachhaltigkeit treffen auch auf regeneratives Heizen und die Nutzung regenerativer Energie zu. Die Nutzung von Sonnenenergie als Energiequelle ist hierfür ein gutes Beispiel. Je nach Konzept, lässt sich die Sonnenenergie als Energie- oder Heizquelle nutzen. Auch beides gleichzeitig ist unter gewissen Voraussetzungen möglich. Zudem kann sie auch für einen Energiemix aus verschiedenen Systemen einen wertvollen Beitrag leisten und andere Systeme entlasten. Auch das führt zu Reduzierung der Kosten und Umweltbelastungen durch Stromerzeugung und Heizen.

Selbst das Wohnen selbst lässt sich zur Nachhaltigkeit betrachten. Als nachhaltiges Wohnkonzept ist zum Beispiel ein Mehrgenerationenhaus zu sehen. Bei zwei Generationen bietet es sich an, der älteren Generation ein barrierefreies Wohnen im Erdgeschoss zu ermöglichen. Die jüngere Generation kann das Obergeschoss für sich und die Kinder entsprechend großzügig planen. Häuser ohne Obergeschoss lassen sich ebenfalls durch Ausbaureserven nachhaltig planen, wenn zum Beispiel eine Einliegerwohnung realisierbar ist.

Preisentwicklung

Durch die Abhängigkeit von Strom-, Gas- und Heizölanbietern, sind Sie auch deren Preispolitik unterworfen. Höhere Kosten bei der Förderung oder für die Bereitstellung, werden auf die Preise umgelegt (zum Beispiel, wenn schärfere Umweltgesetze die Förderung verteuern).

Öl- und Gaspreise

So können Sie leicht feststellen, dass die Preise für Strom, Gas- oder Heizöl in den letzten 30 Jahren deutlich gestiegen sind und weiter steigen werden. Es sind in dem Zeitraum von 1991 bis 2006 die Energiekosten für private Haushalte um fast 60 % gestiegen. Zum Vergleich, wuchs das verfügbare Einkommen in diesem Zeitraum jedoch nur um 46 %. Steigt der Ölpreis jährlich um 10 %, entsteht eine Verdoppelung des Ölpreises alle 7,5 Jahre. Öl wird in Zukunft immer knapper und die Förderung aufwendiger und damit teurer, auch für Sie!

Gas wird wie Öl auch immer kostspieliger. Um für den Gaspreis eine Bemessungsgrundlage zu etablieren, ist der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt. Steigende Ölpreise wirken sich mit Verzögerung auch auf den Gaspreis aus. Die Ölpreiskopplung von Gas ist keine gesetzliche Grundlage, sondern ein aktuell gültiger internationaler Vertrag. Daran gebunden sind:

  • Gasproduzenten
  • Gasimporteure
  • Gasversorger

Nun könnte eine Entkopplung vom Ölpreis für den Verbraucher eine Entlastung bedeuten. Tatsächlich sorgt die verstärkte Gewinnung von Schiefergas in den USA für eine zunehmende Entkopplung vom Ölpreis. Allerdings wächst dadurch der Einfluss der Spotmärkte (Erdgas wird in beliebigen Mengen an den Meistbietenden verkauft). Wer teuer Gas einkauft, wird es zur Erzielung des Gewinns teuer weiterverkaufen. Die Rechnung zahlt wie so oft der Verbraucher.

Hinzu kommt der Einfluss des politischen Geschehens weltweit. Embargos, militärische Konflikte oder auch nur die Drosselung der Förderung in den ölfördernden Ländern, hatte schon immer Einfluss auf die Ölpreise.

Stromkosten

Seit der Jahrtausendwende steigen die Strompreise immer weiter an. Laut BDEW (Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft) seitdem um 106 % oder umgerechnet 7 % jährlich.

Eine Ursache ist in den staatlichen Strompreisbestandteilen zu sehen. Um der beschleunigten Energiewende gerecht zu werden, sorgt der damit verbundene Netzausbaubedarf für eine empfindliche Verteuerung der Strompreise. Zusammen mit der EEG-Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien mit den Netzentgelten, entstehen so bereits 50 % des Strompreises.

Ein weiterer Faktor für steigende Strompreise ist bei den Energieversorgern zu sehen. Trotz gleichbleibender oder teilweise sogar fallender Großhandelspreise für Strom, geben sie Preisvorteile gar nicht oder nur in geringem Umfang an die Endverbraucher weiter.

Es wird also in Zukunft für Sie immer teurer Strom zu beziehen. Im Jahr 2014 wurde für den Strompreis ein Rekordhoch von 29 Cent für 1 Kilowattstunde gezahlt. Inzwischen ist auch das Vergangenheit und die Preise liegen über 31 Cent je Kilowattstunde – Tendenz steigend! Wenn Sie ihren benötigten Strom selbst erzeugen, sind Sie von Preisentwicklung und Preispolitik der Stromanbieter unabhängig.

Jetzt oder später umsteigen?

Aktuell profitieren Sie für die eigene Strom- und Wärmeerzeugung durch erneuerbare Energien von sehr hohen Fördermitteln. Dadurch wird ein Anreiz geboten, über die verpflichtenden Maßnahmen hinaus (EnEV und EEWärmeG) in erneuerbare Energien zu investieren. So wird es nicht bleiben und die Fördermittel werden durch gesetzliche Bestimmungen zunehmend überflüssig bzw. ersetzt. So sinkt zum Beispiel kontinuierlich die Einspeisevergütung für selbstproduzierten Solarstrom 2020:

  • 8,90 Cent pro kWh ab 1.08.2020
  • 8,77 Cent pro kWh ab 1.09.2020
  • 8,64 Cent pro kWh ab 1.10.2020 usw.

Ein weiterer Faktor ist die Preisentwicklung bei Energie- und Heizsystemen. Obwohl die benötigten Komponenten (zum Beispiel Solarmodule) in der Produktion günstiger werden, wirkt sich das nicht zwingend auf die Gesamtkosten bei der Installation aus. Es werden zum Beispiel besonders kleine Solaranlagen (bis zu 4 Kilowatt) zunehmend teurer. So kostete 2018 eine 4 Kilowatt-Solaranlage 1854 Euro brutto pro Kilowatt. Das war eine Preissteigerung von 2,2 % gegenüber dem Vorjahr. Im gleichen Zeitraum waren die Einkaufspreise der Solarmodule jedoch um 20 % gefallen. Im Verhältnis dazu, war eine 10 Kilowatt-Solaranlage sogar günstiger geworden. Es ist ein Fehler, bei verschiedenen Anlagengrößen den gleichen Preis je Kilowatt als Grundlage zu nutzen.

Ich empfehle zeitnah eine Photovoltaik-Anlage zu installieren, da in Zukunft mit steigenden Preisen für die Anlage und mit sinkenden Vergütungen für erzeugten Strom zu rechnen ist. Dabei zeigt sich aktuell, dass eine größere Photovoltaik-Anlage auch eine höhere Rendite bietet. Es ist also sinnvoll, in der Leistung über den maximalen Eigenverbrauch hinauszugehen. Wenn Sie die Dachfläche voll ausnutzen, erreichen Sie das wirtschaftliche Optimum.

 

Welche Systeme sind relevant

Um sich für eine Energieform und Heizquelle entscheiden zu können, muss der Bauherr die Voraussetzungen sowie die Vor- und Nachteile einzelner relevanter Systeme kennen. Dazu werde ich sie nachfolgend näher beleuchten. Nicht jedes System ist in jedem Bauvorhaben umsetzbar. Aber auch Kombinationen sind möglich!

Zusätzliche Kollektoren zur Nutzung der Sonnenenergie können, zum Beispiel auf mittleren oder großen Grundstücken, problemlos auf dem Boden installiert werden. Jedoch ist das nicht jedem Bauherrn recht oder ein bestehender Baumbestand sorgt für eine zu große Abschattungsfläche.

Heizungsanlage

Die unterschiedlichen Heizungsarten habe ich im Folgenden zusammengestellt.

Ölheizung

In Häusern älteren Baujahrs, ist die „klassische Ölheizung“ am weitesten verbreitet. Sie wurde stets weiterentwickelt und bezüglich der Effizienz und Abgasverhalten immer weiter optimiert. Inzwischen sind jedoch fast die Grenzen des Machbaren erreicht und von gravierenden Verbesserungen ist in der Zukunft nicht auszugehen.

Die Einhaltung von Emissionswerten ist Bestandteil ihrer Zulassung und wird vom Schornsteinfeger regelmäßig geprüft. Besonders wenn Ölbrenner veraltet sind, kann auch für bestehende Ölheizungen ein Austausch bzw. eine Modernisierung anstehen. Für Neubauten besteht ab 2026 die Pflicht, eine Ölheizung nur im Energiemix mit erneuerbaren Energien zu betreiben.

Mit einem Ölkessel ist man unabhängig von Gas- und Stromleitungen. Daher sind viele abseits gelegene Häuser und Höfe mit einer Ölheizung ausgestattet. Ein Blockhaus in den Berge wird entsprechend oft mit einer Ölheizung betrieben. Einer der Vorteile der Ölheizung ist, durch die Lagerung von Heizöl dieses in einem günstigeren Zeitraum zu beschaffen. Vorwiegend sind die Heizölpreise im Sommer zum Beispiel günstiger als im Winter. Allerdings ist der Heizölpreis auch sehr vom politischen Weltgeschehen abhängig, was die Preisentwicklungen zu einem großen Anteil auch unberechenbar macht. Als Nachteil sind der Platzbedarf der Lagertanks und die begrenzte Kapazität zu sehen. Heizöl zu fördern wird zudem immer schwieriger und damit auch teurer. Heizöl als Energiequelle zu nutzen, wird also absehbar immer höhere Kosten erzeugen.

Leider wird die Öl- wie auch Gasheizung von vielen Installationsbetrieben favorisiert, da hiermit einfach die meisten Erfahrungen vorliegen. Dabei werden zukunftsorientierte Heizungsanlagen oft vernachlässigt. Auch eine spätere Anpassung oder Updatefähigkeit an neue gesetzliche Regelungen (zum Beispiel durch verschärften Klimaschutz), muss in die Planung miteinfließen.

Wenn Sie eine Ölheizung einbauen, achten Sie vor allem darauf, dass es sich um eine effiziente Ölbrennwertheizung handelt. Im Gegensatz zu alten Ölheizungen mit Konstantkessel oder den moderneren Niedertemperaturheizungen, kann eine gute Ölbrennwertheizung bis zu 98 % des Brennwerts nutzen (Niedertemperaturheizung nur bis zu 85 %). Bei Brennwertheizungen wird zusätzlich auch die Abgastemperatur zur Wärmerückgewinnung genutzt.

Bei der Wahl der Ölheizung achten Sie im Detail darauf, ob sie bereits zur Kombination mit alternativen Wärmequellen (zum Beispiel Umweltwärme) vorbereitet ist. Erforderliches Nachrüsten wird teuer.

Es gibt auch Ölheizungen, welche von vorneherein als Hybridheizung (Ölheizung und Umweltheizung fertig kombiniert) ausgelegt sind. Das kann den Installationsaufwand deutlich senken und das System zukunftssicher machen.

Bei Ölheizungen führt weltweit kein Weg an Viessmann vorbei. Die Kessel des Anbieters sind extrem robust, langlebig und mit modernen Steuerkomponenten ausgestattet.

Vergessen sie nicht die benötigten Heizöltanks und deren Unterbringung in ihrer Planung zu berücksichtigen.

Gasheizung

Die moderne Gasheizung hat ebenfalls wie die Ölheizung viele Entwicklungen zur Steigerung der Effizienz durchgemacht. Somit ist sie nicht nur der Ölheizung ebenbürtig, sondern sogar leicht überlegen. Erreicht ein moderner Ölbrennwertkessel einen Wirkungsgrad von bis zu 105 %, schaffen es einige Gasbrennwertkessel sogar auf bis zu 109 %.

Im Gegensatz zu Ölheizungen, kann bei vorhandenen Gasversorgungsanschlüssen auf eine Lagermöglichkeit des Gases verzichtet werden. Ohne Gasversorgungsanschlüsse (zum Beispiel in ländlichen Gebieten) ist jedoch ein Lagertank für Flüssiggas erforderlich. Dieser wird häufig (weil am einfachsten) frei im Garten auf eine Betonplatte gestellt. Dabei sind Sicherheitsabstände einzuhalten (zum eigenen Haus 1 Meter, Grenzabstand 2 bis 3 Meter).

Gas bietet im Vergleich zu Öl den Vorteil, auch für andere Zwecke als nur Heizen nutzbar zu sein. Mit Gas lässt sich zum Beispiel auch ein Gasherd oder Gasgrill betreiben.

Steht auf dem Grundstück kein ausreichender Platz für eine Aufstellung des Flüssiggastanks zur Verfügung, kann er auch im Boden versenkt werden. Im Haus selber den Tank unterzubringen, wird problematischer. Der klassische Lagerraum im Keller, der sich zum Beispiel für Heizöllagertanks anbietet, fällt in der Regel bei Flüssiggastanks wegen rechtlichen Vorschriften weg. Flüssiggas darf in Gebäuden nicht unter „Erdgleiche“ gelagert werden. Es muss also ein ebenerdiger Raum für den Flüssiggastank vorhanden sein.

Nicht für jeden Bauherrn ist eine Gasbrennwertheizung trotz ihrer Vorteile erstrebenswert, da von Flüssiggas ein deutlich höheres Gefahrenpotential als von Heizöl ausgeht. Deswegen gibt es auch strenge Auflagen zur Errichtung, dem Betrieb und zur Wartung bzw. Kontrolle von Gasheizungen. So sind zum Beispiel die Gastanks alle 2 Jahre einer äußeren Kontrolle und alle 10 Jahre einer inneren Kontrolle zu unterziehen.

In den Feedbacks die ich eingeholt habe, lag Viessmanns Vitocrossal, vor dem Vitodens ebenfalls von Viessmann gefolgt von der ecoVIT Gasheizung von Vaillant, die öfter und lauter ein- und ausschaltet.

Was bedeutet bei Gas- und Ölheizungen Brennwerttechnik?

Bei der Brennwerttechnik geht es um die effektive Nutzung des Brennstoffes. Dazu nutzen Brennwertheizkessel nicht nur den Heizwert des Brennstoffes, sondern auch die Energie des Wasserdampfs bei der Kondensation (Kondensation erzeugt Wärme). Bei normalen Heizkesseln wird letzteres ungenutzt mit den Abgasen durch den Schornstein geleitet.

Ein Brennwertheizkessel arbeitet mit großen Wärmetauschern aus Edelstahl und niedrigen Rücklauftemperaturen des Heizungssystems. Damit wird der im Abgas enthaltene Wasserdampf zur Kondensation gebracht und zusätzliche Wärmeenergie gewonnen. So nutzt der Brennwert im Vergleich zum Heizwert die Energie von Brennstoffen effektiver aus, was die Heizkosten senkt. Als Beispiel der Vergleich von Heizwert zu Brennwert:

  • Holz hat einen Heizwert von 15 Megajoule/Kilogramm – jedoch 19 Megajoule/Kilogramm Brennwert
  • Heizöl hat einen Heizwert von 42,6 Megajoule/Kilogramm – jedoch einen Brennwert von 45,4 Megajoule/Kilogramm
  • Der Heizwert von Erdgas beträgt 38 Megajoule/Kilogramm – jedoch 42 Megajoule/Kilogramm

Mit der Brennwerttechnik werden Brennstoffe effizienter genutzt, was Kosten senkt und auch die Umweltbelastung verringert.

Am effektivsten arbeitet die Brennwerttechnik mit Heizungssystemen für niedrige Wassertemperaturen (Vorlauf-/Rücklauftemperatur) zusammen. Auch der Schornstein (Abgasführung) benötigt eine entsprechende Vorbereitung, welche jedoch in der Bauphase oder auch nachträglich zu berücksichtigen ist. Durch die erzeugte Kondensation des Wasserdampfs im Abgas, wird eine Kunststoff-Abgasleitung nötig. Diese kann aber auch nachträglich in den Schornsteinen installiert werden.

Wenn also ein Teil der Wärme im Haus durch fossile Brennstoffe erzeugt wird, ist die Brennwerttechnik am effizientesten.

Die Wärmepumpe als Heizung

Die Wärmepumpe nutzt die Umweltwärme und stellt sie als Heizenergie zur Verfügung. Bis zu 3/4 kann eine Wärmepumpenheizung die Wärmeerzeugung entlasten. Nur 1/4 wird dann anteilig an Strom dazu benötigt. Im Energiemix mit einer Photovoltaik-Anlage (mit Stromspeicher), ist sie als fast vollkommen autark anzusehen.

Wärme aus der Umwelt lässt sich auf verschiedene Weise nutzen. Nutzbare Wärme steht in der Luft, dem Erdreich und im Grundwasser zur Verfügung. Dementsprechend muss sich der Bauherr für eine Luftwärmepumpe, Erdwärmepumpe oder Grundwasserwärmepumpe entscheiden. Nicht jede Wärmepumpenheizung ist am besten geeignet oder realisierbar. Wir durften z.B. für unser Blockhaus keine Tiefbohrung machen und somit keine Sole-Wärmepumpe installieren. Grund war ein nahegelegenes Naturschutzgebiet. Hier also unbedingt vor dem Kauf des Grundstücks beim Bauamt erkundigen, was zulässig ist.

Wärmepumpen sind die Technologie der Zukunft und werden weltweit immer mehr verwendet. Sie funktionieren quasi umgekehrt zum Kühlschrank und entsprechend basiert die Wärmepumpe auf einer sicheren und erprobten Technologie.

Auch für Altbauten mit Heizkörpern bzw. Radiatoren sind mittlerweile Wärmepumpen verfügbar, die mit hohen Vorlauftemperaturen von ca. 70 Grad arbeiten.

Unter den verschiedenen Arten der Wärmepumpen, lässt sich die Luftwärmepumpe am einfachsten realisieren. Es werden keine Sonden für das Erdreich oder Grundwasser benötigt, was den Aufwand der Installation erheblich reduziert. Auch geologische oder rechtliche Aspekte (zum Beispiel Grundwasserschutzgesetz) sind bei einer Luftwärmepumpe nicht relevant. Oft ist den Bauherren aber die Geräuschbelastung wichtig. Hier kommt die leiseste Wärmepumpe mit Außeneinheit von Viessmann (Modell Vitocal) – die Modelle von Nibe, Daikin und Vaillant folgen auf den Plätzen. Nach den Feedbacks ist Daikin beim Service problematisch, die deutschen Hersteller Viessmann und Vaillant sind hier in der Spitzengruppe.

Bei der Luftwärmepumpe wird die Wärme aus der Umgebungsluft (Quellmedium Luft) genutzt. Im Grundprinzip funktioniert die Luftwärmepumpe wie ein Kühlschrank, nur genau entgegengesetzt. Ein Verdampfer überträgt die Wärme der Außenluft auf einen Kühlmittelkreislauf. Ein elektrischer Kompressor konzentriert die Wärmeenergie und sorgt für die Einspeisung in einen Heizwasserkreislauf.

Bis auf das Quellmedium unterscheiden sich die anderen Wärmepumpen nur gering von einer Luftwärmepumpe. Das Quellmedium Erdwärme oder Grundwasser, wird auf den Kühlkreislauf übertragen und als Heizenergie im Haus zur Verfügung gestellt.

Im Vergleich zu einer Heizung mit fossilen Brennstoffen, ist die erreichbare Systemtemperatur jedoch meistens deutlich geringer. Deswegen arbeiten Wärmepumpenheizungen nur effektiv mit Flächenheizungen (zum Beispiel Fußbodenheizung) zusammen. In der Bauplanung ist dies leicht zu berücksichtigen.

Problematisch kann jedoch ein nachträglicher Einbau im Rahmen einer Modernisierung sein. Ist keine Flächenheizung ( Fußbodenheizung vorhanden, ist diese bei Mitteltemperatur-Wärmepumpen (45°C bis 65°C Systemtemperatur) nachträglich zu installieren, was einer Kernsanierung des Gebäudes gleichkommt. Als Alternative kann auch eine Hochtemperatur-Wärmepumpe (65°c bis 75°C Systemtemperatur) eingesetzt werden.

Je nach Modell und Art der Wärmepumpenheizung unterscheidet sich die Effizienz. Diese lässt sich von der Jahresarbeitszahl (JAZ) ableiten und ist nicht mit der Leistungszahl COP (coefficient of performance) zu verwechseln. Beide Werte stellen zwar das Verhältnis von ab- und zugeführter Energie dar, aber die Leistungszahl COP ist nur eine Momentaufnahme. Bei veränderten Bedingungen, wie niedrigere Außentemperatur oder veränderter Vorlauftemperatur, ändert sich auch die Effizienz.

COP 10/35 steht zum Beispiel für 10°C Außentemperatur bei 35°C Vorlauftemperatur. Beide Werte sind nicht über das ganze Jahr hinweg stabil.

Eine Jahresarbeitszahl stellt das Verhältnis zwischen abgeführter thermischer Energie geteilt durch zugeführte elektrischer Energie über das ganze Jahr hinweg dar. In Deutschland liegt die JAZ bei Wärmepumpenheizungen in der Regel zwischen 3 und 4,5, für Grundwassersysteme kann sie auch über 5 liegen.

Brennstoffzelle

Das Funktionsprinzip der Brennstoffzelle ist bereits seit 1838 bekannt (geht auf Chemiker Christian Friedrich Schönbein zurück). Die alltagstaugliche Etablierung in Wohnhäusern dagegen ist noch relativ neu. Erst 2010 kamen die ersten serienreifen Brennstoffzellen-Systeme für Einfamilienhäuser auf den Markt. Dabei ist eine Brennstoffzelle sehr umweltschonend, was ihre Entwicklung in den letzten 10 Jahren deutlich vorantrieb.

Eine Brennstoffzelle arbeitet nach dem Prinzip der „kalten Verbrennung“. Aus umweltschonendem Wasserstoff, kann eine Brennstoffzelle mit hohem Wirkungsgrad gleichzeitig Strom und Wärme erzeugen. Als Wasserstoffquelle wird in der Regel Erdgas als wasserstoffreiche Verbindung genutzt.

Eine „kalte Verbrennung“ ist eine elektrochemische Reaktion, bei der keine Verbrennung wie bei Kohlekraftwerken oder Verbrennungsmotoren stattfindet. In Brennstoffzellen wird mit einem Reformer Wasserstoff aus Erdgas gewonnen, welcher mit zugeführtem Sauerstoff reagiert. Dabei wird thermische und elektrische Energie freigesetzt. Eine Brennstoffzelle ist kein Energiespeicher, sondern ein Energiewandler.

Die thermische Energie kann in einem Pufferspeicher durch Wärmetauscher zur Verfügung gestellt werden. Dadurch ist die Wärme für Warmwasser und als Heizenergie nutzbar.

Die Energie wird in Form von Gleichstrom erzeugt, was einen nachgeschalteten Inverter oder Wechselrichter zur Nutzung im Hausstromnetz voraussetzt. Damit wird dann der Gleichstrom in 50 Hertz Wechselstrom mit einer Spannung von 230 Volt umgewandelt.

Da Brennstoffzellen CO2 einsparen und sehr energieeffizient sind, wird dem Bauherrn eine Förderhilfe (je nach Leistung der Brennstoffzelle) zwischen 7.500 € bis zu 28.200 € gewährt (KfW-Förderung). Zur Installation stehen zahlreiche Varianten der Brennstoffzellen zur Auswahl. Es besteht die Möglichkeit mit einer Brennstoffzelle den gesamten Energiebedarf einer beliebigen Immobilie abzudecken, oder auch nur damit ein bestehendes Heizsystem zu ergänzen.

Strom aus Brennstoffzellen kann auch kostengünstig den Akkumulator eines Elektroautos aufladen. Energiekosten für bezogenen Strom liegen derzeit um die 30 Cent je Kilowattstunde. Eine Brennstoffzelle erzeugt diese Energiemenge über den günstigeren Gaspreis zu 5 bis 7 Cent je Kilowattstunde. Hier können also große Einsparungen erzielt werden.

Absoluter Marktführer bei Brennstoffzellen ist Viessmann mit mehr als 75% Marktanteil. Die Systeme sind entsprechend ausgereift und vor allem zu den anderen Produkten von Viessmann kompatibel (Lüftung, Batteriespeicher, usw.)

Blockheizkraftwerk (BHKW)

Blockheizkraftwerke arbeiten mit der Kraft-Wärme-Kopplung. Sie erzeugen Strom und nutzen die dabei entstehende Wärme. Dadurch besitzen sie höhere Wirkungsgrade als bei einer getrennten Strom- und Wärmeerzeugung. Blockheizkraftwerke gibt es mit unterschiedlichen Funktionsprinzipien und in sehr verschiedenen Größen bzw. Leistungen.

Für Ein- und Mehrfamilienhäuser werden bei BHKW verschiedene Technologien benutzt

Bei normalen Kraftwerken war es lange Zeit üblich, anfallende Wärme bei der Stromerzeugung ungenutzt in Kühltürme abzuleiten. Die Technik der BHKW nutzt auch die Abwärme und stellt sie zum Beispiel Haushalten als Fernwärme zur Verfügung. Dabei entstehen zwar immer noch große Verluste, aber es ist natürlich immer noch besser die Wärme sinnlos in die Atmosphäre zu entlassen.

Inzwischen sind nach diesem Prinzip auch kleinere Anlagen realisierbar, welche auch in Einfamilienhäuser zur Energieeffizienz beitragen. Dazu stehen verschiedene Größen bzw. Leistungen zur Auswahl, wie auch die genaue Funktionsweise zu unterscheiden ist.

Konventionell arbeitet ein BHKW mit einem Motor, welcher einen Generator zur Stromerzeugung antreibt. Die dabei entstehende Wärme bzw. thermische Energie, wird über einen Wärmetauscher für das Heizungssystem und der Warmwassererzeugung bereitgestellt. Da jedoch Strombedarf und Wärmebedarf nicht immer gleichzeitig oder in gleicher Höhe benötigt werden, sind Speichermöglichkeiten gefragt.

Die Wärme wird in Wärmespeichern gepuffert, während für den erzeugten Strom zwei Möglichkeiten zur Auswahl stehen. Zum einen kann überflüssiger Strom in das öffentliche Stromnetz gegen eine Vergütung eingespeist werden. Aber es stehen auch zunehmend immer mehr Energiespeicher zur Verfügung, um nicht benötigten Strom zu speichern. Hier haben sich die Weiterentwicklungen der Speichermöglichkeiten für Photovoltaikanlagen bezahlt gemacht.

Die Motoren für den Generator anzutreiben gibt es für verschiedene Brennstoffe:

  • Otto-Motor
  • Diesel-Motor
  • Gas-Motor
  • Stirling-Motor

Weitere Möglichkeiten für ein BHKW Wärme- und Stromerzeugung zu koppeln, stellen Dampfmaschinen, Dampfturbinen und zunehmend Brennstoffzellen dar (siehe dazu weiter oben das Thema „Brennstoffzellen“).

Eingeteilt werden BHKW nach ihren Leistungen:

  • Nano-BHKW bis 2,5 kW für Ein- bis Zweifamilienhäuser und Energiesparhäuser
  • Mikro-BHKW 2,5 kW bis 20 kW für Ein- bis Mehrfamilienhäuser sowie kleine gewerbliche Objekte
  • Mini-BHKW über 20 kW bis 50 kW für kleine Nahwärmenetze oder größere Gebäude
  • Natürlich gibt es noch größere BHKW, welche dann der Versorgung von industriellen Anlagen, Stadtteilen oder ganzen Städten dienen.

Die Förderrichtlinie für KWK-Anlagen bis 20 kW verliert ab dem 31.12.2020 ihre Gültigkeit. Ab dem 1. Januar 2021 können keine neuen Förderanträge für betreffende Anlagen mehr gestellt werden. Wer also noch davon profitieren will, muss sich beeilen!

Ein BHKW im Haus erzeugt Strom und Wärme an Ort und Stelle, ohne die üblich hohen Verluste beim Energietransfer von Kraftwerken. Der Vorteil bei der KWK (Kraft-Wärme-Kopplung) liegt in der CO2-Emissionen minimierenden und effizienten Technologie. Ein Gas-BHKW verursacht zum Beispiel weniger CO2-Emissionen als eine Gas-Heizung mit entkoppeltem Strombezug. Zudem ist der Bedarf an Primärenergie bei einem Gas-BHKW geringer.

Natürlich gibt es nicht nur Vorteile. Je nach Funktionsprinzip, besteht auch mit einem BHKW eine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und deren Preisen. Teilweise sind Lagermöglichkeiten dafür zu schaffen.

In der Regel ist ein BHKW in Kombination mit anderen Systemen zu betreiben, da Strom- und Wärmebedarf im Jahr erheblich schwanken. Rentabel wird ein BHKW erst, wenn es eine hohe Laufzeit erreicht. Diese wird jedoch vom Wärmebedarf im Haus bestimmt. Wenn keine Wärme benötigt wird, schaltet sich das BHKW ab. Grundsätzlich ist bei der Planung der jährlich häufigste Wärmebedarf zu kalkulieren. Dieser setzt sich aus der Warmwasserbereitung und der Heizung zusammen. In kalten Tagen ergeben sich dann häufig Engpässe in der Wärmeerzeugung, sodass ein „Spitzenlastkessel“ diesen kompensieren muss (zum Beispiel eine Gasbrennwerttherme).

Pellet Heizung

Pellets werden aus Holzabfällen hergestellt, welche zum Beispiel in Säge- und Hobelwerken anfallen. Oft stellt die Pellet-Herstellung für die holzverarbeitenden Betriebe einen zusätzlichen Geschäftszweig dar. Dadurch entstehen weitere positive Synergie- und Umwelteffekte, wenn die Pellets vor Ort hergestellt werden (kurze Transportwege) und die Abluft der Heizkraftwerke zur Trocknung eingesetzt wird.

Die verwendeten Resthölzer für Pellets werden von ca. 50% Restfeuchte auf 8% Restfeuchte getrocknet. Lignin ist einer der Hauptbestandteile von Holz. Durch den hohen Druck der Pelletieranlage, mit dem die Pellets in Form gepresst werden, verklebt sich das Lignin durch die entstehende Wärme. Für Pellets sind also keine chemischen Klebemittel nötig.

Damit die Pellets eine gleichbleibende Qualität erreichen, gibt es im EU-Wirtschaftsraum die strenge Norm EN 14961-2. Noch genauer ist das neue Zertifizierungssystem ENplus, welches vom deutschen Pelletinstitut (DEPI) herausgegeben wurde. Es übertrifft sogar die von der EU vorgegebenen Qualitätsnormen und dient dem verbesserten Schutz des Endkunden. Es wird nicht nur eine hohe Produktqualität gefordert, sondern der gesamte Herstellungs-, Lager- und Lieferprozess bewertet. Das ist wichtig, weil Pellets als Naturprodukt durch unsachgemäßen Transport oder einer falschen Lagerung Qualitätseinbußen aufweisen oder gänzlich unbrauchbar werden.

Im Vergleich zu fossilen Brennstoffen, handelt es sich bei dem Rohstoff Holz um eine erneuerbare Energiequelle, weswegen es auch Fördermöglichkeiten für das Heizen mit Pellets gibt. Eine Pellet-Heizung ist ökonomisch gesehen besonders für Energiesparhäuser empfehlenswert, aber auch für normale Häuser ein Beitrag zur Kostensenkung. Energiesparhäuser sind auf einen niedrigeren Heizwärmebedarf optimiert, welchen eine Pelletheizung gut decken kann. Sie ist mit anderen regenerativen Energiequellen kombinierbar.

Bei Holz bzw. Holzabfällen, sind die Preise auch für die Zukunft relativ stabil und Versorgungsengpässe sind nicht zu erwarten. Um die Heizleistung von 1 Liter Heizöl oder 1 Kubikmeter Erdgas zu erreichen, werden nur 2 kg Pellets benötigt, was einen sehr hohen Brennwert darstellt.

Welche Heizsysteme für Pellets gibt es?

Für das Heizen mit Pellets stehen verschiedene Heizsysteme zur Verfügung. Die einfachste Art stellt dabei die Einzelraumbefeuerung mit einem Pelletofen dar. Der Pelletofen selbst, ist mit einem gewöhnlichen Scheitholzofen vergleichbar. Zusätzlich verfügt ein Pelletofen jedoch über einen Vorratsbehälter für die Pellets. Der Pelletofen kann die Heizleistung für mehrere Tage ohne ständige Nachbeschickung sicherstellen (je nach Wärmebedarf). Im Gegensatz zu einem Scheitholzofen ist für einen Pelletofen jedoch auf eine Stromversorgung zu achten, welche für den Transport der Pellets benötigt wird. Es ist auch eine Beschickung vom Keller oder Nebenraum mit Pellets möglich, wenn ein entsprechendes Austragungssystem eingerichtet wird.

Nicht nur die direkte Konvektion oder Wärmestrahlung lässt sich von einem Pelletofen nutzen, sondern mit einer integrierten Wassertasche ist auch eine Heizungsunterstützung realisierbar. Damit wird die Wärmeleistung übertragbar auf Heizungen und für temperiertes Brauchwasser. So profitieren auch andere Räume von der Heizleistung eines Pelletofens.

Eine Pellet-Zentralheizung ist in Ein- oder Mehrfamilienhäusern ein vollwertiger Ersatz für herkömmliche Heizungssysteme. Im Vergleich zu einem Pelleteinzelofen, befindet sich eine Pellet-Zentralheizung nicht im Wohnbereich des Hauses. Ein Pellet-Zentralheizsystem benötigt Platz für die Anlage, das Bevorratungssystem und idealerweise auch für einen Pufferspeicher. Der Pufferspeicher erhöht die Effizienz, da überschüssige Wärme gespeichert und punktgenau abrufbar ist. Dadurch reduziert sich der Brennstoffverbrauch, was Ihnen Kosten spart.

Weiterer Platzbedarf kann je nach der gewählten Pelletzuführung entstehen. Sie kann automatisch oder halbautomatisch konzipiert werden. Pellet-Zentralheizungen besitzen eine steuerbare Zündung, welche die Kombinationsmöglichkeit mit anderen alternativen Energiesystemen schafft.

Achtung: Im Transport der Pellets innerhalb der Heizung liegt das größte Problem nach den Erfahrungen der Bauherren. Nahezu alle Pellet-Heizungen haben öfter einen Stau im Pellettransport, wodurch die Heizung bis zur Behebung – die eigenständig möglich ist – ausfällt.

Elektrodirektheizung

Elektrodirektheizungen erzeugen die Wärme durch Heizwiderstände. Fließt Strom durch einen Leiter mit hohem Widerstand, wird die Energie in Wärme umgewandelt. Dieses Prinzip wird auch bei einem kleinen Heizlüfter angewendet, welcher jedoch mit einem Gebläse die Wirkung unterstützt.

Im Gegensatz zu einer Elektrodirektheizung, gibt es auch Elektroheizungen mit Wärmespeicherung. Hier nehmen zuerst besonders wärmespeichernde Materialien die Wärme des Heizwiderstands auf und geben sie dann erst an den Raum ab. Diese Speicherheizungen besitzen Wärmespeicher aus Schamott, Keramik, Natursteine oder auch einfach nur Öl. Der Nachteil ist das hohe Gewicht und die verzögerte Wärmeabgabe.

Früher waren sie als sogenannte Nachtspeicherheizungen beliebt. Lange Zeit war der Strompreis nachts geringer als tagsüber. In der Nacht konnten sich die Nachtspeicherheizungen mit günstigem Strom erwärmen und gaben tagsüber die Wärme ohne Stromverbrauch wieder ab. Heute sind sie kaum noch rentabel und antiquiert, da kaum ein Stromanbieter günstige Nachttarife anbietet.

Elektrodirektheizungen verzichten auf eine Zwischenspeicherung der Wärme und geben die Wärme direkt ab. Sie sind also leichter und nach kurzer Aufwärmzeit schnell warm. Der Vorteil einer Direktheizung, ist in dem günstigen Anschaffungspreis und dem einfachen Aufbau zu sehen. Es werden außer einer Steckdose keine weiteren Anschlüsse wie Heizungsrohre benötigt. Sie lassen sich sehr einfach an eine Wand montieren oder besitzen sogar Räder, für den mobilen Einsatz in unterschiedlichen Zimmern.

Was viele nicht kennen ist die Möglichkeit, eine Elektrodirektheizung auch als Fußbodenheizung zu nutzen. Dazu gibt es besondere Heizmatten oder Heizfolien, welche im Fußboden eingelassen werden. Ebenfalls zu den Direktheizungen zählen auch Heizstrahler, Heizlüfter oder Infrarotstrahler.

Wichtig: Im Holzhaus empfehle ich keine Elektrodirektheizung. Das Holz wird hierdurch punktuell sehr schnell erwärmt (an der Wand oder im Boden) und schrumpft daher an diesen Stellen schnell und es kommt zu Rissen.

Welche Vorteile sind von einer Elektro-Direktheizung zu erwarten?

In Altbauten waren Elektroheizungen eine Möglichkeit, ohne großen Aufwand und hohe Kosten eine Heizung zu verwirklichen. Nicht einmal ein Schornstein ist Voraussetzung, wodurch auch keine Schornsteinfeger gegen Gebühr etwas reinigen oder messen müssen (wenn zusätzlich kein Ofen oder eine Heizung benutzt wird).

Von der Zuverlässigkeit oder Wartung, ist eine Elektrodirektheizung ebenfalls vollkommen problemlos. Die Kosten für eine Elektroheizung sind im Vergleich zu einer Öl- oder Gasheizung sehr gering und es ist keine Brennstoffbevorratung nötig. Das erspart eine Vorausinvestition für Brennstoff und auch den Lagerplatz. Was die Lebensdauer einer Elektrodirektheizung angeht, ist sie verglichen mit anderen Heizsystemen nahezu unschlagbar.

Auch kann der Strom der PV-Anlage oder eines Windrades genutzt werden, der dann allerdings über einen Stromspeicher bzw. Batteriespeicher gepuffert werden muss, damit durchgehend geheizt werden kann.

Welche Nachteile hat die Elektrodirektheizung?

Der größte Nachteil von Elektrodirektheizungen ist der schlechte Wirkungsgrad. Ältere Elektroheizungen haben einen Wirkungsgrad von nur 30 %. Selbst moderne Elektrodirektheizungen schaffen es bestenfalls auf bis zu 50 %. Hier spielt es auch eine Rolle, dass die Erzeugung des benötigten Stroms in Kraftwerken Verluste und Emissionen erzeugt (Strom ist keine Primärenergie). Auch der Stromtransport vom Kraftwerk zur Steckdose unterliegt Verlusten.

Der schlechte Wirkungsgrad verlangt nach hohen Stromleistungen, welche zum Beispiel auch Photovoltaikanlagen nur schwer in der Heizperiode (Winter) erzeugen können. Jedes andere Heizungssystem ist im Wirkungsgrad besser, zum Beispiel eine Brennwertheizung. Auch Nachtspeicherheizungen bringen keine Vorteile mehr, da Nachtstrom nicht mehr steuerbegünstigt ist und kaum noch von Energieanbietern angeboten wird.

Als weiterer Nachteil, wird von vielen Benutzern einer Elektrodirektheizung die spürbare Konvektion genannt. Selbst bei Nachtspeicherheizungen erzeugt die austretende Wärme einen spürbaren Luftzug, der für ein unangenehmes „Zuggefühl“ sorgt und auch die Staubbelastung in der Luft erhöht.

Tipp: Elektroheizungen über 2 Kilowatt müssen beim Energieversorger separat angemeldet werden.

Selbst wenn ein Energieanbieter vergünstigten Nachtstrom noch anbietet, lassen sich Nachtspeicherheizungen sehr schlecht regeln. Das ist zum Beispiel bei plötzlichem Wetterumschwung ein Problem.

Für ein energieeffizientes Haus ist eine Elektrodirektheizung ein sehr schlechtes Heizsystem. Sie kann bestenfalls für außergewöhnliche Einsatzzwecke sinnvoll sein. Zum Beispiel, wenn das Hauptheizsystem durch eine Störung ausfällt (nützt aber nichts bei Stromausfall). Zudem werden Elektroheizungen oft als temporäre Heizmöglichkeit genutzt, wenn ein anderes Heizsystem nicht realisierbar ist oder zu aufwendig wäre.

Eine Elektrodirektheizung hat nicht nur eine schlechte Ökobilanz, sondern verursacht Ihnen hohe Betriebskosten. Selbst mit vergünstigtem Nachtstrom (zum Beispiel 22 Cent je kWh) kostet eine Nachtspeicherheizung im Jahr für ein 120 Quadratmeter großes Einfamilienhaus im Jahr ca. 3200 €, bei Tagstrom zu 30 Cent über 4360 €. Zum Vergleich – eine ganz normale Gasheizung verursacht nur ca. 900 € Kosten im Jahr.

Da die Elektrodirektheizung nur auf die Raumluft wirkt, muss über einen anderen Wärmeerzeuger das Warmwasser erzeugt werden. Dies passiert dann meist über Durchlauferhitzer oder eine Trinkwasserwärmepumpe. Eine solche Wärmepumpe für das Trinkwasser hat meist einen eingebauten kleine Wasserspeicher, arbeitet sehr effizient und kann in Verbindung mit vielen Wärmeerzeugern – wie auch einem Kachelofen oder Heizkamin – eingesetzt werden.

 

Warmwasser über Solar (Photovoltaik und Solarthermie)

Sonnenenergie lässt sich zur Strom- oder Wärmegewinnung nutzen. Eine Photovoltaik Anlage erzeugt mit Solarzellen Strom, mit dem sich natürlich auch Wasser aufheizen lässt. Allerdings ist die Umwandlung von Strom in Wärme weniger effizient, als andere Systeme. Besser ist hierfür Solarthermie geeignet – hier wird die Sonnenenergie unmittelbar in Warmwasser umgewandelt.

Die Wirkungsgrade

Mit Strom zu Heizen (zum Beispiel mit einer Elektrodirektheizung) erfordert hohe Strommengen und hat bestenfalls einen Wirkungsgrad von 50%. Zudem ist die Stromerzeugung mit Solarmodulen (photovoltaische Zellen) zum Betrieb einer Heizung weniger effizient, als die Warmwasserbereitung mit Solarthermie-Kollektoren. Der Grund liegt im Spektrum des Sonnenlichtes. Die kurz- und langwelligen Strahlen lassen sich fast gesamt zur Solarthermie nutzen. Zur Stromumwandlung eignet sich jedoch nur ein geringer Anteil des Spektrums. Ein Solarthermie-Kollektor besitzt einen Wirkungsgrad von ca. 90%. Durch Verluste in Wärmetauschern, Speichern und durch den Wärmetransport in Leitungen, verbleibt für eine gesamte Solarthermie-Anlage ca. ein Wirkungsgrad von 50%. Im Vergleich dazu schafft eine Photovoltaik-Anlage nur einen Wirkungsgrad von ca. 20%.

Tipp: Es ist also sinnvoll die Heizungsanlage um eine Solarthermie-Anlage zu ergänzen. Diese unterstützt meist die Erwärmung des Wassers im Pufferspeicher.

Die Rentabilität und Nachhaltigkeit

Strom ist generell schwerer als Wärme zu erzeugen. Selbst in Kraftwerken wird die Umwandlung von Wärme in Strom von hohen Verlusten begleitet. Somit kostet eine Kilowattstunde Strom auch mehr als eine Kilowattstunde Heizwärme. Eine moderne Solarthermie-Anlage ist einer Photovoltaik-Anlage aus ökologischer Sicht zumindest ebenbürtig. Jedoch werden bei staatlichen Förderungen Solarthermie-Anlagen benachteiligt.

Solarthermie-Anlagen

Der Installationsaufwand einer Solarthermie-Anlage ist deutlich höher, als bei einer Photovoltaik-Anlage. Das Funktionsprinzip ist jedoch sehr einfach. Eine Solarflüssigkeit (Wasser und Frostschutzmittel) zirkuliert in einem Kreislauf durch die Solarkollektoren. Dort wird die Solarflüssigkeit aufgewärmt und transportiert die Wärme zu einem Wärmetauscher. Der Wärmetauscher heizt einen Wärmespeicher (isolierter Wassertank) auf. Bei diesem Funktionsprinzip steht der Inhalt des Wärmespeichers als erwärmtes Trinkwasser zur Verfügung. Das entnommene Wasser wird ständig durch Frischwasser ersetzt und wieder aufgeheizt.

Eine andere Funktionsweise stellen Solarthermie-Anlagen mit Frischwasserdepots dar. Dabei wird entnommenes Frischwasser durch ein spiralförmiges Rohr im Wärmespeicher erwärmt. Diese Variante ermöglicht auch die Unterstützung einer Heizanlage.

Achtung: Wichtig ist bei jeder Art von Solaranlage, die optimale Ausrichtung sowie Abschattungen zu vermeiden. Abweichungen davon reduzieren die nutzbare Energiemenge der Sonne. Deshalb ist schon vor der Planung bei der Grundstückswahl aufzupassen. Die optimale Dachausrichtung für Solaranlagen ist der Süden. Dies ist nicht bei jedem Bauvorhaben realisierbar. Selbst eine Abweichung von 30 % in östlicher oder westlicher Richtung, reduziert den Energieertrag um 5 %. Damit lohnen sich Solaranlagen auch auf Dächern mit einer Ausrichtung nach Süd-Westen oder Süd-Osten.

Die optimale Dachneigung für Solarthermie-Anlagen ist unterschiedlich. Hier spielt es eine Rolle, ob die Solaranlage nur Trinkwasser erwärmen soll oder auch die Heizung unterstützt. Die Ursache dafür liegt im Einfallswinkel der Sonnenstrahlen, welcher sich mit den Jahreszeiten verändert. So wird erwärmtes Trinkwasser zum Großteil im Sommer benötigt. In dieser Jahreszeit ist der Sonnenstand sehr hoch, sodass ein geringerer Neigungswinkel von rund 30 bis 50 Grad ideal ist.

Im Winter steht die Sonne viel tiefer, wenn die Heizung zum Einsatz kommt. Hier ist eine steilere Dachfläche von ca. 45 bis 70 Grad optimal. Für Solarthermie-Anlagen zur Heizungsunterstützung sollte sich also nach der Winterzeit orientiert werden, soweit möglich. PV-Anlagen zur Stromerzeugung sollten bei ca. 45 Grad Dachneigung montiert werden.

Vorgegebene Dächer lassen sich in der Regel sowieso nicht nachträglich leicht verändern. Ab einer Neigung von nur 15 %, lohnt sich eine Solarthermie-Anlage ohne Aufständerung nicht mehr. Durch eine Aufständerung (zum Beispiel auf einem Flachdach oder unbenutzter Stellfläche im Garten), kann natürlich der jeweilige optimale Winkel erreicht werden. Durch die Verschalung der Solarmodule untereinander, ist die Dachfläche allerdings nicht vollständig nutzbar.

 

Energie / Strom

Wie schon in der Einleitung erklärt, sind aktuelle und zukünftige Bauvorhaben aufgrund gesetzlicher Vorschriften im Hausbau, als Energiesparhaus zu planen und auszuführen. Energiesparhaus ist als Oberbegriff zu sehen, welcher nur aussagt, das Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs getroffen wurden bzw. werden. Rückschlüsse auf den tatsächlichen Energiebedarf im Jahr pro Quadratmeter ergeben sich dadurch jedoch nicht. Dazu bedarf es eines Energiestandards, welcher von der Energieeinsparverordnung (EnEV) in Deutschland festgelegt wird. Dabei werden der Primärenergie-Bedarf und der Transmissions-Wärmeverlust berücksichtigt.

Demnach, welcher Wert von einem Haus erreicht oder unterschritten wird, ergibt sich folgende Einteilung:

  • KfW Effizienzhaus 115
  • KfW Effizienzhaus 100
  • KfW Effizienzhaus 85
  • KfW Effizienzhaus 70
  • KfW Effizienzhaus 55
  • KfW Effizienzhaus 40
  • Passivhaus
  • Nullenergiehaus: Die Energiebilanz ist ausgeglichen, so dass die benötigte Energie komplett selber erzeugt wird.
  • Plusenergiehaus: dieses Haus verdient aktiv Geld, da mehr Energie erzeugt wird als verbraucht wird und diese Überschüsse verkauft werden.

Als Ausnahme zu dieser Einteilung, gibt es auch einen eigenen Standard für Häuser „mit besonders erhaltenswerter Bausubstanz“. Das trifft zum Beispiel auf denkmalgeschützte Gebäude zu. Der Standard nennt sich dann KfW-Effizienzhaus Denkmal.

Dem Nachteil der höheren Baukosten stehen viele Vorteile gegenüber.

  • So werden aktuelle und teilweise zukünftige gesetzliche Energiestandards erreicht.
  • Dazu können Zuschüsse und Förderungen in Anspruch genommen werden.
  • Die Energiekosten senken sich durch die Nutzung von technischen Einsparpotentialen.
  • Durch selbsterzeugten Strom lassen sich Gewinne erzielen.
  • Größere Unabhängigkeit von Preisschwankungen.
  • Eine Verringerung der Klimabelastungen.
  • Eine Verbesserung des Raumklimas.
  • Eine Wertsteigerung der Immobilie.

Photovoltaik-Anlagen

Eine sehr beliebte Maßnahme um oben genannte Ziele zu erreichen sind die Photovoltaik-Anlagen. Zunehmend sinkende Herstellungs-Preise machen die Photovoltaik-Anlagen attraktiver. Dabei gilt es jedoch auch im Gegenzug die Installationspreise zu beachten, welche nicht linear dazu immer günstiger werden, sondern teilweise sogar teurer.

Als Faustformel wandelt eine Photovoltaik-Anlage mit 6 m2 Solarfläche in der Spitzenzeit, Sonnenlicht in 1000 Watt Strom um (1 kWp). Solarzellen werden zusammengeschaltet, um größere und damit effizientere Solarflächen zu nutzen. Neben den Solarzellen selbst, besteht eine Solaranlage aus weiteren Bauteilen. So benötigen die Solarzellen zur Montage eine Unterkonstruktion. Bei ungeeigneten Dächern oder für alternative Aufstellplätze, wird eine Aufständerung benötigt. Natürlich gehört dazu auch die Anschlusstechnik, Verkabelung und ein Stromzähler für die Photovoltaik-Anlage.

Grundsätzlich wird mit Solarzellen einer Photovoltaik-Anlage nur Gleichstrom erzeugt. Dieser ist im Hausstromnetz jedoch nicht nutzbar, da hier Wechselstrom mit einer Spannung von 230 Volt benötigt wird. Die Umwandlung erfolgt mit Netzeinspeisegeräten bzw. Wechselrichtern.

Richtig rentabel wird eine Photovoltaik-Anlage erst, wenn sie über ein Energiemanagement und einen Energiespeicher verfügt.

Das Energiemanagement-System bzw. Haus-Energiemanagement-System (kurz HEMS) erfüllt als intelligente Steuerung automatisierte Abläufe, Kontrollfunktionen und passt sich dem Nutzungsverhalten der Bewohner und z.B. auch der Wettervorhersage an. Dadurch werden folgende Punkte erreicht:

  • eine effizientere Nutzung des Solarstroms auch in Verbindung mit anderen Heizungs- und Haustechniksystemen oder dem E-Auto.
  • Energieflüsse werden verbessert
  • Kontrolle und Überblick der Stromerzeugung
  • Verbrauchsverhalten von elektrischen Haushaltsgeräten
  • Versorgungssicherheit
  • Senkung der Stromkosten
  • größere Unabhängigkeit von bezogenem Strom
  • mehr Komfort

Stromspeicher

Der Energiespeicher stellt überschüssig erwirtschafteten Strom auch zu jeder Zeit abrufbereit zur Verfügung. Besonders nachts, wenn kein Strom produziert wird. Solaranlagen produzieren Strom nur tagsüber, wenn in der Regel am wenigsten Strom benötigt wird. Alternativ könnte der Strom noch in das Stromnetz eingespeist werden. Ohne Stromspeicher müsste dann jedoch nachts teurer Strom bezogen werden.

Grundsätzlich werden Haushaltsgeräte (zum Beispiel Kühlschränke und Gefriertruhen) tagsüber vom Solarstrom versorgt. Wird mehr Strom erzeugt als gerade verbraucht wird, fließt der überschüssige Strom in den Energiespeicher. Wird weniger Strom erzeugt als benötigt wird, deckt der Energiespeicher die Differenz. Das gilt hauptsächlich für Zeiten, in denen eine Stromerzeugung nicht möglich ist. Zudem kann der Energiespeicher aber auch einspringen, wenn tagsüber Verbrauchsspitzen die Stromerzeugung überfordern.

Stromspeicher werden in Zukunft immer rentabler werden, da die Vergütung für eingespeisten Strom in das Stromnetz kontinuierlich sinkt. Es wird also immer unrentabler, den erzeugten Strom nicht selbst zu nutzen.

Als Stromspeicher werden Akkumulatoren eingesetzt, welche die erforderliche Kapazität aufweisen müssen. Für einen jährlichen Strombedarf von zum Beispiel 4.500 kWh sollten die Solarmodule 4 bis 6 kWp erreichen. Der Energiespeicher sollte dementsprechend dimensioniert 4 bis 6 kWh Speicherkapazität aufweisen. Bei überdimensionierten PV-Anlagen mit entsprechend größerem Speichervermögen, steigt der Grad der Autarkie.

Stromspeicher unterscheiden sich in ihrem Wirkungsgrad. Die Speicherung und Abrufung von Strom erzeugt Verluste. Zur Speicherung von Energie, werden in Haushalten Blei-Säure-, Blei-Gel- oder Lithium-Ionen-Akkumulatoren eingesetzt. Das Prinzip der Blei-Säure-Akkumulatoren ist vielen von der Autobatterie her bekannt. Akkumulatoren auf Blei-Basis haben jedoch nur eine Lebensdauer zwischen 5 bis 10 Jahren und erreichen nur 70 % Systemwirkungsgrad. Eine Tiefentladung unter 5% schädigt die Blei-Akkumulatoren und verkürzt zusätzlich die schon relativ kurze Lebensdauer.

Stand der Technik sind derzeit Lithium-Ionen-Akkumulatoren. Ihre Lebensdauer beträgt ca. 15 Jahre. Sie überstehen eine 100 prozentige Tiefentladung schadlos und haben einen Systemwirkungsgrad von 90 %.

Tipp: Bei Blei-Akkus treten durch die elektrochemischen Eigenschaften schädliche Gase aus. Deswegen müssen die Montageräume der Akkus gut belüftet sein. Lithium-Ionen-Akkumulatoren besitzen keine Ausgasungen, weswegen auf ein Lüftungssystem verzichtet werden kann.

 

Welche Beratungsmöglichkeiten gibt es?

Wie die obere Übersicht zeigt, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten oder Kombinationen. Damit gibt es auch viel zu bedenken und zu entscheiden. Bauherren sind im Regelfall natürlich keine Energie-Fachleute. Eine umfassende Beratung ist also dringend nötig.

Schon vor der Planung eines Neubaus, hat die richtige Grundstückswahl entscheidenden Einfluss darauf, was sich später verwirklichen lässt oder ob das Optimum erreichbar ist. Baugrundstücke sind allerdings Mangelware, besonders in Städten oder in Stadtnähe. Oft muss deshalb bei der Grundstückswahl ein Kompromiss entstehen. Dennoch ist es wichtig, aus dem vorhandenen Potential das Bestmögliche herauszuholen.

Sich selbst vorab über die Möglichkeiten zu informieren ist ein großer Vorteil. Dabei sollte auch immer die zukünftige Entwicklung mit berücksichtigt werden. Was im jetzt noch gut ist, muss zukünftig nicht die beste Lösung bleiben. So sinkt zum Beispiel kontinuierlich die Vergütung für die Einspeisung von selbst produziertem Strom in Stromnetze. Zuschüsse und Förderungen ändern sich mit der Zeit oder werden eingestellt. Zum Beispiel endet die Gültigkeit der Förderrichtlinie für KWK-Anlagen bis 20 kW elektrischer Leistung am 31. Dezember 2020.

Informationen der Hersteller

Erster Ansprechpartner können Hersteller zukunftsorientierter Technologien sein, um sich einen Überblick zu verschaffen. Damit sind Sie nicht den Argumenten von Heizungsbauern oder Elektro-Installationsbetrieben wissenslos ausgesetzt. Besonders alteingesessene Firmen, haben sehr viel Erfahrung mit ihren hauptsächlich verbauten Systemen. Sie kennen alle dazu auftretenden Probleme oder Störfälle und können auf den Erfahrungsschatz einiger Jahrzehnte zurückblicken.

Dem ist schwer zu widersprechen, beinhaltet aber auch einen logischen Schluss: für moderne erst kürzlich herangereifte Technologien, kann es keine jahrzehntelange Erfahrung geben! Wer darauf wartet wird sie erst nutzen können, wenn sie schon wieder veraltet ist.

Hersteller entwickeln zukunftsorientiert. Entwicklungen kosten die Branche viel Geld. Das amortisiert sich nicht in wenigen Jahren sondern nur dann, wenn die Entwicklung auch in Zukunft Bestand haben kann. Davon profitieren Sie als Hausherr.

Durch den fast allgegenwärtigen Einzug der digitalen Datenverarbeitung, sind Energiemanagement und Heizungssteuerungen heute mehr Computer als Heiztechnik. Dadurch ist es auch möglich ohne massive Veränderung der Komponenten, nur durch Software-Updates lange Zeit einen aktuellen Stand zu halten.

Persönlich habe ich sehr gute Erfahrungen mit dem Hersteller Viessmann gemacht. Viessmann ist eines der führenden Unternehmen für Klima- und Energielösungen. Es handelt sich um ein sehr innovatives Unternehmen, welches auch effiziente Lösungen für industrielle Anwendungen bereitstellt. Die Stärke des Herstellers liegt in Komplettlösungen, da alle Komponenten miteinander integriert sind und über eine gemeinsame Steuerung bzw. Intelligenz verfügen.

Als privater Bauherr profitieren Sier davon, da bei Viessmann alle Komponenten aus einer Hand kommen und perfekt aufeinander abgestimmt sind. Änderungen, wie zum Beispiel Software-Updates, berücksichtigen die Gesamtheit des Systems mit allen Kombinationen. Das ist normalerweise ein weitverbreiteter Schwachpunkt – wild durcheinander gewürfelter Systeme mit Komponenten unterschiedlicher Hersteller.

Heizungsbauer

Nach einer umfassenden Beratung durch Hersteller wissen sie schon, welche Technologien aktuell und für die Zukunft in Frage kommen. Einige Möglichkeiten sind vielleicht sogar schon vom Tisch, da sie sich in ihrem Bauvorhaben nicht realisieren lassen.

In der Regel wär der nächste Schritt sich an einen Heizungsbauer bzw. Wärmetechniker zu wenden. Erfahrungsgemäß befinden sich die ersten Anlaufstellen in der Nähe, vielleicht sogar im Ort. Natürlich möchte ich keinem die Fachkompetenz absprechen. Aber einen sehr guten Wärmetechniker um die Ecke zu finden ist ein geografischer Zufall und kein Indiz für Fachkompetenz. Mit ihrem erlangten Wissen können Sie nun jedoch besser unterscheiden, ob sie einfach in eine Richtung manipuliert werden. Wird Fragen zu alternativen Möglichkeiten unschlüssig ausgewichen, macht es vielleicht doch Sinn den Suchradius zu vergrößern.

Gute Heizungsbauer, welche auch zukunftsorientiert beraten, kennen sich auch mit Kombinationsmöglichkeiten zu anderen Systemen aus. Sie sind in der Lage Möglichkeiten durch Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen sowie die passenden Speichermöglichkeiten oder Wärmepumpen aufzuzeigen und in ihre Planung zu integrieren.

Solche Beratungen können Sie auch von Haustechnikern erwarten. Sie sind nicht nur fachkundig bei Sanitären- oder Elektro-Installationen, sondern auch bei Lüftungen, Heizungen oder Alternativen zur Wärme- und Stromgewinnung.

Heizungsbauer und Haustechnikfirmen beraten, planen und realisieren. Allerdings oft nicht auf dem aktuellsten Niveau der Technik. So werden immer noch selten die aktuell gängigen Systeme empfohlen, da es mit den zwischenzeitlich nahezu veralteten Gasheizungen mehr Erfahrung gibt.

Tipp: Aktueller Stand der Technik ist eine Wärmepumpe in Verbindung mit einem Warmwasserspeicher, PV-Anlage, Stromspeicher (mit HEMS) und ggf. eine kontrollierte Lüftung.

Energieberater

An letzter Stelle habe ich den Energieberater aufgeführt. Damit ist jedoch nicht gemeint, dass dieser zuletzt zu Rate gezogen werden sollte. Je nach ihrer persönlichen Vorgehensweise kann er auch die erste Anlaufstelle sein, oder nach einer Hersteller-Beratung hinzugezogen werden. Mir geht es darum, dass sie nicht „blind“ allen Erklärungen ausgeliefert sind. Wenn Sie zuvor einen Überblick erhalten haben und sich ein wenig besser auskennen, können Sie auch besser Wahrheit von Manipulation unterscheiden. Wenn ihr Gegenüber erkennt, dass Sie schon Ahnung haben was Sie wollen, wird man erst gar nicht versuchen Ihnen etwas Falsches aufzuschwatzen.

„Energieberater“ ist kein gesetzlich geschützter Begriff. Um sicher zu sein, dass überhaupt eine fachkundige Qualifikation vorliegt, empfehle ich KfW Energieberater oder BAFA Energieberater aus der Website des Bundes auszuwählen bzw. die Kontaktdaten zu erhalten. Diese müssen ihre Qualifikation nachweisen. Einige Förderungen setzten sogar die Inanspruchnahme dieser qualifizierten Energieberater zur Bewilligung voraus. Ein Teil der Kosten für die Energieberatung kann jedoch ebenfalls Bestandteil von Zuschüssen oder Förderungen sein, sodass ihr Eigenanteil geringer ausfällt.

Vor der Auftragsvergabe an einen Energieberater, vergleichen Sie die Kosten und lassen sich einen Kostenvoranschlag schicken. Es gibt verschiedene Abrechnungsverfahren. So kann ein Energieberater ein pauschales Komplettpaket oder eine stundenweise Abrechnung anbieten. Somit können Sie auch selbst steuern, wie hoch die Kosten sind. Wenn Sie zum Beispiel nur einige konkrete Fragestellungen haben, ist die stundenweise Abrechnung oft günstiger.

Heizung mieten

Heizungen stellen einen wesentlichen Investitionsfaktor dar. Relativ neu ist die Möglichkeit, eine Heizung einfach zu mieten. Vermieter (Contractor) können Energiedienstleistungsunternehmen oder auch Hersteller von Heizsystemen sein. Der Contractor übernimmt alle anfallenden Anschaffungs-, Installations- und Wartungskosten der Heizungsanlage. Ausschließlich der anfallenden Energiekosten zum Betrieb der Heizungsanlage, ist er auch für die Unterhaltskosten zuständig. Das betrifft auch Verschleiß, Defekte oder eine planmäßige Wartung. Der Mieter (Contractingnehmer) ist somit von jedem Risiko befreit.

Den Einbau übernehmen in der Regel Firmen, welche mit dem Contractor zusammenarbeiten. Einige Contractor haben auch festangestellte Heizungsmonteure, welche deutschlandweit agieren. Andere Möglichkeiten stehen je nach Anbieter (Contractor) zur Verfügung.

Übliche Vertragslaufzeiten betragen 10 bis 15 Jahre. Danach gibt es wie auch bei Leasingfahrzeugen verschiedenen Möglichkeiten:

  • Die Heizung kann im Zuge eines neuen Vertrages durch einen neuen Wärmeerzeuger ersetzt werden.
  • Der alte Wärmeerzeuger wird entfernt.
  • Der alte Wärmeerzeuger wird zum gegenwärtigen Sachwert vom Mieter übernommen.

Wichtig ist es, bei den Verträgen eine mögliche Veräußerung der Immobilie in Betracht zu ziehen. Dieser Fall sollte geklärt und im Vertrag seine Regelung finden. Eine mögliche Option dazu wäre, die Übertragung des Mietvertrages für die Heizung auf den neuen Hausbesitzer. Eine weitere Möglichkeit wäre die Übernahme der Heizungsanlage zum tatsächlichen Sachwert.

Zur Auswahl stehen praktisch alle klassischen Heizsysteme sowie auch alternative Heizmöglichkeiten. Wichtig ist bei der Wahl die optimale Kostenbilanz zu finden, da Brennstoffe vom Mieter zu beschaffen und bezahlen sind. So können zum Beispiel Holzheizungen, Solarthermie-Anlagen oder Wärmepumpen erheblich Kosten sparen.

Ich empfehle die Mietangebote für Heizungen genauestens miteinander zu vergleichen. Eine günstigere Monatsmiete muss nicht unbedingt der günstigste Vertrag sein. Es gilt alle Details in der Summe zu betrachten!

 

Fazit / Zusammenfassung

Mit dem Thema Heizung und Energie muss sich der Bauherr schon VOR DER HAUSPLANUNG beschäftigen, denn bei der Grundstücksauswahl und der Planung des Hauses muss einiges beachtet werden. Bei den Details können die Berater der kfw oder der Bafa helfen.

Eine typische Systemlösung besteht heutzutage aus einer Wärmepumpe, einem Wasserspeicher sowie einer PV-Anlage zur Stromerzeugung. Über einen Stromspeicher wird für eine höhere Autarkie gesorgt.

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