Kaminofen: die günstige Heizalternative? Was ist bei der Anschaffung zu beachten?

Wir haben unseren Heizkamin – also den Kaminofen – bereit seit kurz nach Fertigstellung des Rohbaus im Blockhaus. Er war nämlich in der Bauphase – die bei uns im Winter mit bis zu minus 15 Grad Außentemperatur – erfolgte, wirklich hilfreich. Vor der Anschaffung haben wir uns viele Gedanken gemacht, welche Kaminofen für uns ideal ist und wie wir diesen mit der Heizungsanlage kombinieren. Nach nunmehr 7 Jahren im Haus können wir sicher sein, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

Was ist bei der Auswahl und Planung für einen Kaminofen zu beachten?

Bevor wir bei dem Kauf eines Kaminofen in die finale Auswahl gegangen sind, haben wir uns viele Gedanken gemacht, welcher Kaminofen für uns passt und vor allem die Heizungsanlage ideal ergänzt. Da wir in der Küche eine Kachelofen mit Backfach haben, der bereits mit dem Pufferspeicher der Heizung verbunden ist (und somit die Wärme in den Warmwasserspeicher bringt und damit im ganzen Haus verteilt), benötigen wir keinen Heizkamin der eine solche Funktion bietet. Ansonsten kann ich dies uneingeschränkt empfehlen, denn die Umverteilung der Wärme ist sehr wichtig, damit das Haus wirtschaftlich hiermit beheizt werden kann.

Unser Kaminofen sollte unbedingt von mindestens drei Seiten eine Glasscheibe haben und somit auch für die Augen schön anzusehen sein. Wichtig ist hierbei generell, dass die Scheiben sehr gut zu reinigen sind. Der Unterschied liegt hier nicht im Glas, sondern im Zugang zu den Scheiben von innen. Sie sollten die Scheiben des Kaminofens einfach erreichen können. Das am besten einfach testen. Auch sollten die Scheiben am Rand bündig zum Rahmen sein, so daß auch hier eine Reinigung einfach erfolgen kann. Auch sollten Sie sämtliche Schamottelemente im Kaminofen komplett entfernen können, damit eine Reinigung einfach erfolgen kann (das geht z.B. super mit dem Hochdruckreiniger im Garten). Oft passen die Elemente nur schlecht durch die Türe des Kaminofens, was dann der Reinigung nicht hilfreich ist.

Achten Sie darauf, dass die Türe ausreichend hoch ist, damit Sie große Stücke Holz einlegen können. Die meisten Brennholz Holzscheite sind in 33 cm lange Stücke geschnitten, einige aber auch in 25 cm, 40 cm und 50 cm. Je größer das Brennholz je seltener müssen Sie nachfüllen und je eher brennt der Kaminofen die ganze Nacht durch. Wenn Sie also einen großen Zugang für das Brennholz haben und zudem eine große Ablagefläche im Kaminofen, um auch ausreichend Brennholz einzufüllen, so müssen Sie beim Brennholz Kauf deutlich weniger beachten.

Der Griff des Kaminofens sollte gut von diesem entkoppelt sein, damit er nicht warm wird. Dies ist wichtig, damit Sie den Heizkamin auch einfach öffnen können, wenn Sie Brennholz nachfüllen müssen. Nichts ist schlimmer als ein heißer Handgriff am Kaminofen, der somit das Öffnen verhindert.

Aber auch der Kaminofen selber sollte an der Seite, die zur Blockwand zeigt ideal isoliert sein und seine Wärme explizit möglichst nicht in Richtung der Blockwand abgeben. Lassen Sie sich hier vom Kaminbauer beraten, welche Modelle hier ideal passen.

Der wenig Platz hat, der sollte überlegen einen Kaminofen anzuschaffen, der unten ein kleines Fach für Brennholz hat, damit man nicht ständig laufen muss um neues Brennholz hereinzuholen. Ein solches Fach kann auch recht dekorativ aussehen.

Achten Sie darauf, dass die Heizleistung des Kaminofens optimal passt. Als Faustformel habe ich mir gemerkt, dass die Heizlast des gesamten Wohnhauses in der Spitze fast erreicht werden sollte. Wir haben in unserem Blockhaus eine Heizlast von 9 KW und eine entsprechende Wärmepumpe. Der Kachelofen schafft 15 KW und unsere Kaminofen 7 KW. Mit dem Kaminofen können wir entsprechend sehr schnell aufheizen und waren auch in der Bauphase in der Lage das Blockhaus komplett auch bei minus 15 Grad Außentemperatur auf leichte Plus Grade zu erwärmen (trotz fehlender Umwälzung der Wärme über eine Heizungsanlage, da diese noch nicht in Betrieb war). Unser recht großes Blockhaus wurde also mit dem Heizkamin schon recht warm. Heute, wo alles installiert ist, kann der Heizkamin das Haus sehr schnell erwärmen, so dass wir die Heizung nachts deutlich um ca. 5 Grad im Winter absenken und den Heizkamin sowie den Kachelofen den Rest erledigen lassen.

Das wichtigste Kriterium ist die Brenneffizienz des Kaminofens. Diese sollte wirklich optimal sein, wenn Sie mit dem Kaminofen heizen wollen und ihn nicht nur wegen der reinen Optik anschaffen. Dieses Kriterium zahlt sich wirklich aus, denn auf Dauer wird deutlich weniger Brennholz verbraucht und es wird damit direkt Geld gespart. Um möglichst Effizient zu sein, muss die Luftzufuhr sehr fein einstellbar sein. Hier gibt es bei den unterschiedlichen Heizkaminen große Unterschiede.

Blockhaus Kachelofen BackfachWie verhalten sich die gesamten Heizkosten?

Unsere Heizkosten sind sehr niedrig. Die rund 470 Quadratmeter Wohnfläche im Blockhaus sowie das Warmwasser für alle Bewohner (ein Großteil der Kosten) kosten uns rund 1.670 Euro pro Jahr inkl. der Kosten für Brennholz, den Strom für die Wärmepumpe sowie die Wartungs- und Reinigungskosten für Heizungsanlage, Kaminofen sowie Kachelofen. Würde unsere Solaranlage funktionieren, dann wären die Kosten sicherlich noch geringer, aber diese wurde leider von Obach Haustechnik nicht korrekt montiert.

Beim Brennholz sind wir aufgrund der Effizienz des Kaminofens mit wenig Verbrauch unterwegs und müssen entsprechend nur 5 Raummeter pro Winter anschaffen. Damit kommen wir dann ca. 5 Monate hin und heizen jede Nacht entsprechend mit Kachelofen und teils Kaminofen (wenn es gemütlich werden soll oder wenn wir es schnell warm haben wollen bei niedrigen Temperaturen draußen) hinzu.

Was sich bei uns sehr positiv ausgezahlt hat, ist die Integration des Kachelofens in den Pufferspeicher für Warmwasser. So wird die Wärme entsprechend in den Brauchwasserspeicher eingeleitet und geht nicht im Raum verloren. Auch durch unsere Aufdachdämmung im Blockhaus haben wir trotz großen Räumen und einem großen Dach keine deutlichen Wärmeverluste durch das Dach (das sieht man dadurch, dass auch im Winter auf dem Dach bei warmen Haus der Schnee liegen bleibt).

Was ist bei Installation des Kaminofens zu beachten?

Im Blockhaus muss der Kaminofen mindestens 90 cm weg von der Blockwand stehen. Entsprechend benötigt er ein recht langes Anschlussrohr an den Kamin. Dies ist nicht bei allen Modellen möglich und sollte entsprechend vorher erfragt werden. Auch muss die Durchführung vom Kaminofen in den Kamin von der Blockwand abisoliert sein, damit die Blockwand bei heißen Dämpfen im Abzugsrohr nicht Feuer fängt oder das Holz versengt wird. Ein solcher Einsatz zur Isolierung sollte passende zum Abzugsrohr sein und auch optisch zum Kaminofen passen. Achten Sie aber auch darauf, dass sich die Blockwand setzt und somit der Durchbruch mit der Zeit kleiner wird. Die Isolierung uns als flexible sein und sich idealerweise in einer Rutschleiste befinden. Wir haben daher oberhalb der Isolierung an der Rohrdurchführung in der Blockwand noch einen Schlitz gelassen und nur mit Schafwolle schalldicht isoliert. Die gesamte Rohrdurchführung mit Isolierung haben wir dann optisch verkleidet.

Durch die Setzung wird der Wanddurchbruch sich nach unten bewegen, wobei der Kamin stehen bleiben wird (und der Kaminofen zumeist ebenfalls, da er auf der Bodenplatte oder Kellerdecke steht. Achten Sie also darauf, dass in einem Blockhaus der Durchbruch flexibel ist und sich durch die Setzung das die Anordnung verändern kann. Als wir den Kaminofen montiert haben, war noch kein Boden im Blockhaus eingebaut. Somit haben wir die Höhe des Bodens beim Anschluss an den Kamin simuliert und den Kaminofen provisorisch auf Fliesen gestellt.

Wer den Kaminofen und einen anderen Ofen am selben Kaminschacht betreibt, der sollte beachten, dass der Anschluß der verschiedenen Heizgeräte in unterschiedlichen Höhen am Kamin erfolgen muss, damit der Abzug der Rauchgas auch bei gleichzeitigem Betrieb erfolgen kann. Dies kann vom Kaminbauer entsprechend berechnet werden.

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