Brandschutz im Blockhaus

Blockhäuser sind voll im Trend und das aus gutem Grund. Der nachwachsende Rohstoff Holz ist langlebig, isoliert, fungiert als Schallschutz, sorgt für ein angenehmes, gesundes Innenraumklima und eine behagliche Wohnatmosphäre. Das Einzige, was Interessenten manchmal Bauchschmerzen bereitet, ist die vermeintlich höhere Brandgefahr. Zum Glück konnte diese Sorge in mehreren internationalen Studien entkräftet werden.

Blockhäuser halten dem Feuer länger stand als Steinbauten. Der Blockhaus Brandschutz ist also besser als im Steinhaus zu realisieren.

Holz ist zwar ein brennbarer Stoff, doch die dicken Blockbohlen, die bei solide gebauten Blockhäusern verwendet werden, fangen nur schwer Feuer. Praktisch kann das jeder nachvollziehen, der schon einmal versucht hat, nur mit dicken Holzscheiten ein Kaminfeuer zu entfachen. Und auch physikalisch gibt es für das günstige Verhalten des Rohstoffes eine Erklärung: Die Zellen des Holzes bestehen aus Cellulose, Lignin, Polyosen und Wasser und zeichnen sich zudem durch eine geringe Wärmeleitung aus. Wenn ein dicker Balken im Feuer liegt, tritt Wasserdampf aus. Die Oberfläche verkohlt und verhindert durch diese isolierende Schicht eine weitere Zufuhr von Sauerstoff. Im besten Fall führt das dazu, dass das Feuer wieder erlischt. Die Kohleschicht hat auch zur Folge, dass die Festigkeit des Holzes der Blockbohle auch bei großen Blockhaus Bränden relativ lange bestehen. Das ist sogar ein Vorteil gegenüber Gebäuden mit Stahlträgern, die sich im Feuer verformen und schneller zum Einsturz führen. Auch Fensterrahmen aus Holz, die bis zu 200 Grad aushalten können, trotzen dem Feuer länger als Kunststoffrahmen, die schon ab 110 Grad schmelzen, die Scheiben zerbersten lassen und so für erhöhte Sauerstoffzufuhr sorgen, die das Feuer weiter anheizt.

Ein weiterer Vorteil von Holz: Im Brandfall verströmt es anders als brennende Kunststoffe keine giftigen Dämpfe und erlaubt den Bewohnern des Blockhauses so, das Feuer ohne gesundheitliche Risiken im Keim zu ersticken oder rechtzeitig ins Freie zu fliehen.

Schwer entflammbare Holzhaus Dämmstoffe

Um den Blockhaus Brandschutz so weit wie möglich zu maximieren, spielt auch die Wahl des richtigen Dämmmaterials für die Außenwände, das Dach, den Fußboden und die Fenster. Dämmstoffe isolieren und senken so die Kosten für Heizung und Klimaanlage. Doch viele Materialen wie Holzschnipsel, Zellulose und Kokosfaser fangen relativ leicht Feuer. Als schwer entflammbar werden unter anderem Kork, Wolle, bestimmte Mineral- oder Glasfaserplatten sowie Gipskartonplatten eingestuft. Ganz auf der sicheren Seite ist man mit Baustoffen der Brandstoffklasse A, zu denen zum Beispiel Perlite, ein unter thermischen Einfluss aufgeblähtes Vulkangestein, Lehm und Gips gehören. Im Zweifel sollte man mit der Baubehörde oder einem Brandschutzbeauftragten Rücksprache nehmen. Perlite wird in Deutschland zum Beispiel von Norwood als Dämmstoff eingesetzt.

Richtig löschen

Durch umsichtiges Verhalten und einige Sicherheitsvorkehrungen könnten die meisten Brände verhindert werden, bevor sie überhaupt entstehen oder gelöscht werden, bevor sie größeren Schaden anrichten. In der Bauphase sollte man darauf achten, dass alle Elektroinstallationen vom Fachmann ausgeführt werden. Bei älteren Bauten sollte man die Sicherheit der Stromleitungen von einem Experten überprüfen lassen. Es ist wichtig, dass ein Feuerwehrwagen leicht zum Gebäude gelangen kann.

Brennbare Flüssigkeiten, zum Beispiel Benzin, sollten am besten gar nicht oder nur in kleinen Mengen und sicher verschlossen im Haus verwahrt werden. Ideal sind hier Kellerräume ohne Fenster. Wichtiger Teil des Brandschutzes ist der verantwortungsvolle Umgang mit offenem Feuer, zum Beispiel Zigaretten, dem Kaminfeuer, Kerzen und Feuerwerkskörpern, sowie Vorsicht bei der Handhabung von elektrischen Geräten. Kinder sollten nie unbeaufsichtigt mit Streichhölzern, Kerzen, dem Bügeleisen oder anderen potenziellen Brandquellen spielen dürfen.

Hilfe im Ernstfall

Die frühzeitige Branderkennung kann nicht nur Schaden am Blockhaus sondern auch Leben retten. Ausreichend Rauchmelder dürfen deshalb in keinem Haus fehlen. Es gibt spezielle Rauchmelde Anlagen, bei denen die Brandmelder mit der Alarmanlage gekoppelt werden. Der Alarm wird automatisch an eine Wachzentrale weitergeleitet und zum Beispiel auch per SMS gemeldet. So kann man sein Blockhaus oder Holzhaus auch in Abwesenheit schützen.

Unverzichtbar, um kleine Brände zu löschen, ist ein Feuerlöscher. Branddecken geben zusätzliche Sicherheit. Im Blockhaus lässt sich Löschwasser auch einfacher abbauen als im konventionellen Steinhaus, denn die Blockbohlen trocknen sehr schnell.

5 Kommentare zu "Brandschutz im Blockhaus"

  1. Hansen Feuerschutz | 30. März 2018 um 13:30 |

    Ein wichtiger Beitrag, den sich jeder zu Herzen nehmen sollte. Vor allem in der Bauphase wird da viel zu häufig ein Auge zugedrückt. Heimwerker informieren sich im Vorfeld nicht ausreichen über den Feuerbrandschutz. Das kann verheerende Folgen haben. Solche Artikel sensibilisieren und informieren. Weiter so!

  2. Sandra H. | 1. April 2018 um 15:35 |

    Ich habe es selbst schon erlebt, wie in Decken eingelassene Lampen einfach in die Dämmung gedrückt werden sollten. Ich habe seinerzeit auf Sicherheitskästen bestanden. Der Handwerker hielt das für übertrieben, da die Lampen ja nicht stundenlang brennen und somit nicht heiß werden würden. Und was passiert, wenn einer vergisst, das Licht auszuschalten? Als Eigentümer sollte man immer alles hinterfragen und sich nicht unbedingt auf die „Expertenmeinung“ verlassen. Im Ernstfall kann das übel enden…

  3. Brandschutzexperte | 2. April 2018 um 13:22 |

    In Deutschland wird der Brandschutz ja schon deutlich größer geschrieben, als in manchen anderen Ländern. Das sollte man an dieser Stelle auch mal erwähnen. Aber dennoch ist es natürlich richtig, dass häufig geschlampt wird, wenn es um Feuerbrandschutz geht. Das darf nicht sein, denn hier stehen Menschenleben auf dem Spiel.

  4. Sind Akustikplatten für die Wände in Deutschland dann erlaubt?

  5. Die Akustikplatten unterscheiden sich je nach Hersteller und Bauart hinsichtlich der Brandklasse. Auf diese kommt es dann an, wenn man die Platten verbauen möchte. Einige Akustikplatten sind mit beigemischtem Zement und haben so eine höhere Brandschutzklasse. Bitte auch beachten, dass die Brandschutzverordnung in jedem Bundesland einige Unterschiede hat.

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