Wandfliesen im Blockhaus – eine Anleitung inkl.Unterkonstruktion

image1543586681.jpgWandfliesen im Blockhaus stellen eine Herausforderung dar.

Olaf – der noch nie Fliesen – geschweige denn Wandfliesen – verlegt hat -hat sich in das Thema sehr gut eingearbeitet und hat das Kinderbad inkl. Bodenfliesen in 17 Stunden erledigt. Immerhin waren 26 qm Fliesen hier zu verlegen und dies mit viel Schneideaufwand. Zudem waren auf der Ablagefläche, dem Waschtisch und in der Duschtasse Mosaikfliesen zu verlegen.

Zunächst einmal wird auf die Blockwand eine Unterkonstruktion gebaut, die sich nicht setzt und somit auch Fliesen aufnehmen kann. Zudem werden so die Installationen versteckt. Die Unterkonstruktion erfordert flache Holzstücke, die in ihrer Länge der Höhe der Unterkonstruktion entsprechen.

Mit diesen Hölzern wird nun eine Rutschleiste gebaut. Da NORWOOD genügend Blockpanele geliefert hatte, wurden diese benutzt um die Unterkonstruktion zu bauen.

Die Panele werden nun auf ca. 15 cm Länge (je nach Setzungsmaximum – Rundstamm hat deutlich mehr als eine eckige Blockbohle) mit einer Kreissäge längs geschlitzt. Der Schlitz muss absolut gerade sein, damit sich die Konstruktion später nicht quer zur Setzungsrichtung verzieht.

Diese Rutschleisten kommen nun ca. alle 70 cm an die Wand. Dies geschieht mittels einer Schraube, die durch den Schlitz in die Blockbohle geschraubt wird. Die Schraube muss unbedingt am Oberszen Punkt durch den Schlitz – die sich setzende Blockwand schiebt die Schraube nun immer weiter nach unten. Hier wird nun klar, dass die Panele exakt mit 90 Grad auf dem Boden aufsetzen müssen oder alternativ immer auf der selben Höhe unten am tiefsten Punkt in die Blockbohle geschraubt werden müssen. Es muss aber unbedingt darauf geachtet werden, dass die Wandfliesen mit Unterkonstruktion nicht bis zur Decke gehen können, sondern dass hier wegen der Setzung ein entsprechender Abstand zur Decke eingehalten werden muss. Da die maximale Setzung pro Meter Höhe bekannt ist für jedes Haus, kann man immer ab der Unterkante der Unterkonstruktion den nötigen Platz ausrechnen der verbleiben muss. Den Abschluß kann man dann oben mit einer Leiste kaschieren, die an der Decke befestigt wird und sich somit über die Fliesen setzt, wenn die Blockbohlen sich setzen.

Im zweiten Schritt kommen nun Fermacell- / Regipsplatten auf die Panele. Diese werden nur auf den Panelen verschraubt – die Schraube darf also nicht durch bis auf die Blockbohle gehen. Wenn die Wand wegen Installationen dicker sein muss so kann zwischen die Platte und die Panele noch ein Kantholz, etc.

Sobald die Unterkonstruktion steht, sollte die Regipsplatte mit Marmorit grundiert werden. Dies ist nach ca. 2 Stunden angetrocknet. In den Nassbereichen wird dann noch auf das Marmorit eine Dichtung (wir nahmen Botact D19) aufgebracht.

In den Ecken hat Olaf schon die Dichtbänder mit dem Marmorit festgestrichen, da diese sonst beim späteren Kleben und Abziehen verrutschen.

Jetzt erst mal alles ca. 24 Stunden trocknen lassen.

Für die Fliesen ist eine ordentliche Planung unerlässlich. Um einen hohen Verschnitt zu vermeiden, legt Olaf immer zunächst einen Punkt fest, von dem mit ganzen Fliesen losgefliesst wird. Dies ist idealerweise eine Ecke gegenüber der Türe, von der man eine relativ lange Wand fliesen kann. Steht die Ecke fest, sollte unbedingt nochmals die Wandhöhe und Neigung gemessen werden, denn Abweichungen von Zentimetern führen schon zu einem unrunden Fugenverlauf.

Olaf hat nun die Oberkante der Fliesen mit Hilfe von einem Kreuzlinienlaser festgelegt. Dieser steht in der Raummitte, so dass er durch einfache Drehung auf allen Wänden diese Oberkante exakt anzeigen kann. Sinn macht es am niedrigsten Punkt die Höhe von einer Bodenfliese hinzuzuaddieren und dies als Oberkante anzunehmen. Damit hängen dann einige Fliesen bei krummem Boden einfach höher in der Luft.

Nun wird rundherum die unterste Bahn gesetzt, damit diese antrocknen kann und den oberen Fliesen später einen guten Halt gibt. Diese untere Bahn wird dann immer an der Oberkante ausgerichtet. Zwischen den einzelnen Fliesen kann man Fliesenkreuze einsetzen, um einen gleichmäßigen Abstand zu erhalten. Die Abstützung nach unten wurde bei uns mit Pappe und darauf dann Fliesenkeilen erledigt. Abgestützt wurde jeweils links und rechts. Der Fliesenkleber wird mit einem geriffelten Abzieher aufgetragen, der immer im 90 Grad Winkel gehalten wird, damit auch immer die selben Abstände entstehen. Olaf hat den Kleber immer mit mehr Wasser angemischt als vorgesehen, damit er länger korrigieren konnte. Der Kleber sollte unbedingt zum Dichtanstrich passen. Wir hatten Botact D19 Dichtanstrich und Botact Premium Kleber.

Ist der Kleber aufgetragen, kann man die Fliese von unten nach oben einfach andrücken – der Abstand ist ja durch den Kleber definiert. Mit einer Wasserwaage kann man dann prüfen, ob Unebenheiten in der Unterkonstruktion sind, die man dann mit Kleber ausgleichen kann. Der Kreuzlinienlaser sorgt ja nur für eine gerade Höhe.

Ist die untere Reihe gesetzt kann man entweder Wandweise weiter nach oben vorgehen oder sich immer rundum durcharbeiten. Wichtig ist allerdings, dass man den überschüssigen Kleber mit einem nassen Lappen abwischt, damit diese nicht antrocknet und man dann an diesen Stellen nicht mehr sauber die folgende Fliese kleben kann.

Olaf hatte somit immer einen Eimer mit Kleber und einen Eimer mit klarem Wasser und einen Eimer um den Schwamm mit dem Kleber auszuspülen. Somit war immer klares Wasser vorhanden, damit die Fliesen keinen Grauschleier vom Kleber bekommen, wenn man diese abwischt.

Sollte beim Andrücken der Fliesen Kleber aus den Fugen kommen, so kann man diesen mit den Fliesenkeilen auswischen und mit dem Schwamm hinterher die Reste entfernen.

Die Reihen oberhalb der ersten Reihe können dann ideal mit Fliesenkreuzen jeweils links und rechts auf die untere Fliese gesetzt werden.

Sollten Aussparungen für Elektrodosen oder -schalter gemacht werden, so werden diese in die Fliesen gebohrt. Hierzu kann eine Steinbohrer genutzt werden, aber ohne den Schlagbohrmodus. Der Steinbohrer bohrt ein Loch vor, welches die Mitte markiert an der die Aussparung sitzen soll. Diese Vorbohrung kann man ideal nochmal mit der Fliese an die Stelle anhalten, wo sie später sitzt, um ggf. die Bohrung noch zu verschieben. Mit einer Lochsäge (für Fliesen – d.h. Diamantbohrer) kann dann exakt ausgeschnitten werden. Für Elektroanschlüsse werden üblicherweise 68mm Durchmesser ausgeschnitten. Die Bohrungen für Wasser sind kleiner und liegen zwischen 35 und 58 mm Durchmesser.

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