Wasserschaden im Holzhaus

Schimmelpilz im Blockhaus

Ein Wasserschaden im Holzhaus oder Blockhaus klingt immer sehr dramatisch. Zum Glück sind solche Wasserschäden in einem Holzhaus deutlich weniger tragisch und problematisch als in einem konventionellen, aus Stein oder Beton, gebauten Haus. Warum ist dies so? Was ist im Schadenfall zu unternehmen? Das werde ich hier kurz beantworten, da es immer wieder gefragt wird.

Zuerst einmal zu unserem eigenen Schadenhergang, der doch recht viel Wasser in unser Blockhaus spülte. Wir haben bzw. hatten ein Aquarium einer doch recht stattlichen Größe mit mehr als 500 Litern Wasser. Zwar war das Aquariumwasser oftmals trübe, aber das Aquarium war beliebt bei der Familie. Dies alles bis zu dem Moment wo meine jüngeren Kinder entschieden mit dem Lederball im Obergeschoss Fussball zu spielen und das Aquarium den rechten Pfosten bildete. Es ergossen sich also recht zügig über 500 Liter Wasser auf das Parkett und versickerten von dort ohne die Fische (die blieben auf dem Parkett) durch den Bodenaufbau.

Ob Ihr Wasserschaden durch ein Aquarium, eine gerissene Wasserleitung oder anderweitig erzeugt wird, spielt eigentlich keine Rolle, denn das Wasser läuft einfach immer weiter nach unten durch alle Holzkonstruktionen. Das Holz kann eine gewisse Menge an Wasser aufnehmen und gibt diese dann über die Zeit immer wieder ab. Da wir leider trübes Aquariumwasser hatten, konnte man hier auf den Balken noch die Schlieren sehen, was bei einem Leitungswasserschaden nicht der Fall gewesen wäre.

Bei einem Wasserschaden im Holzhaus gibt es die folgenden Dinge, die Sie beachten sollten:

  • das Wasser versickert von alleine an den tiefsten Punkt im Haus, den es über die Holzebenen erreichen kann. Dies ist üblicherweise das Erdgeschoss und hier die Bodenplatte oder Kellerdecke. Sie können das Wasser hier mit einem Nass-/Trockensauger aufsaugen oder wegwischen.
  • Die Deckenkonstruktion – sofern keine Folie verbaut wurde – trocknet von selber wieder aus. Lediglich bei verwendeten Dammstoffen sollten sie diese ggf. entlüften. Dies ist bei Perlite (typische Schüttung auch für den Unterbodenaufbau), Kork und auch bei Holzfasern nicht erforderlich. Lediglich Zellulose sollte man Luft geben.
  • Evtl. Schlieren von dreckigem Wasser (wie Abwasserleitung oder eben ein Aquarium mit trübem Wasser) die entstehen, sollte man zunächst trocknen lassen. Hiernach kann man mit Holzseife diese Schlieren ohne Probleme wegwischen. Ich nehme hier immer doppelt soviel Seife wie vorgeschrieben auf der Packung. Diese kann man dann sehr gut mit Schwämmen die nicht scheuern in die Holzfasern „einmassieren“. Nach ca. einer Minute dies wiederholen und nach nochmals einer Minute dann einfach mit klarem Wasser auswischen. Das Holz trocknet von selber wieder ab.
  • Bei großen Wasserschäden bei denen die Luft im Haus merklich feucht wird, sollten Sie die Temperatur im Haus senken damit kein Bläueschimmel hervortritt und wirklich so viel wie nur möglich lüften (am besten Dauerdurchzug). Dies ist dann ähnlich wie wenn Nassestrich eingebracht wurde.
  • Um den Boden zu trocknen, können Sie einfach die Heizung maximal aufdrehen und hierbei die Fenster öffnen. So kann die Feuchtigkeit entweichen und kondensiert nicht im Gebäude. Sorgen Sie dann allerdings für eine gute Luftzirkulation in den Räumen.
  • Bläueschimmel, der sich bei hoher Luftfeuchtigkeit bildet, geht von alleine wieder zurück. Am besten einfach nichts machen, außer Lüften und das Haus kühl halten.

Bei einem Wasserschaden im Holzhaus passiert nichts anderes, als wenn es bei einem Blockhaus während der Aufbauphase regnet. Da wir im Winter gebaut haben, kannten wir das also schon. Holz wird nass, aber wenn es schon trocken ist, nimmt es auch nicht viel Wasser auf und trocknet wieder komplett aus. Beton und Stein saugt sich voll, was bei Holz einfach nicht in dieser Art der Fall ist. Holz ist in der Lage schneller wieder Feuchtigkeit an die Luft abzugeben. Wenn Sie allerdings Feuchtigkeit an einer sehr unzugänglichen Stelle haben und hier auch die Luft nicht zirkuliert oder Holz über einen längeren Zeitraum von >3 Tagen ständig im Wasser steht, dann sollten Sie einen Fachmann für Wasserschäden rufen – dies ist alleine schon wichtig um auch den Schaden ordentlich gegenüber der Versicherung dokumentieren zu können. Entsprechend sollten Sie auch die Versicherung informieren.

Ich wünsche Ihnen keinen Wasserschaden im Holzhaus und wenn, dann machen Sie sich keine Sorgen. Einem Holzhaus passiert bei einem Wasserschaden üblicherweise nichts. Mit Holzseife lassen sich die meisten Spuren schnell und einfach beseitigen, denn es bleiben nur Spuren von Dreck der ggf. im Wasser war (wie trübes Aquariumwasser). In unserem Fall waren die Kinder sogar so Geistesgegenwärtig und haben die Fische vom Parkett vor dem Aquarium retten können.

11 Kommentare zu "Wasserschaden im Holzhaus"

  1. Kira Nonnenbaum | 13. Dezember 2020 um 16:17 |

    Danke für diesen interessanten Beitrag über einen Wasserschaden im Holzhaus. Gut zu wissen, dass das Wasser von alleine an den tiefsten Punkt im Haus fließt und man hier eigentlich fließendes Wasser immer am einfachsten feststellen kann. Eine Wasserschadensanierung war bei uns auch nicht mehr zu vermeiden, nachdem der Schaden erstmal lang unbemerkt blieb.

  2. Super Artikel zum Thema Wasserschaden. Meine Schwester hat auch erst vor kurzem darüber geredet und mir empfohlen mich hier darüber zu informieren.

  3. Joachim Hussing | 14. Oktober 2020 um 23:01 |

    Mein Haus erlitt kürzlich einen Wasserschaden, als in meinem Keller ein Rohr platzte. Vielen Dank für die Informationen über den Umgang mit Wasserschäden. Ich werde nach einem Fachmann suchen, der den Wasserschaden in meinem Haus beheben kann.

  4. Es ist korrekt, dass Perlite saugt. Es wird ja im Garten auch als Wasserspeicher / -puffer eingesetzt. Allerdings nur, wenn es im Wasser steht, was bei einer reinen Holzkonstruktion nicht der Fall sein sollte.

  5. Hallo Olaf,
    du hattest geschrieben:“
    Die Deckenkonstruktion – sofern keine Folie verbaut wurde – trocknet von selber wieder aus. Lediglich bei verwendeten Dammstoffen sollten sie diese ggf. entlüften. Dies ist bei Perlite (typische Schüttung auch für den Unterbodenaufbau), Kork und auch bei Holzfasern nicht erforderlich. Lediglich Zellulose sollte man Luft geben.“

    Das ist leider nicht ganz richtig. Perlite, sind zwar organischer Natur, sind aber, wenn sie feucht werden in der Regel im Bodenaufbau nicht mehr trockenbar. Sagt sogar das UBA…
    Ansonsten bin ich vollkommen deiner Meinung, dass eine reines Holz, wenn es offen liegt von alleine trocknet 🙂

  6. Danke Robert für den ausführlichen Beitrag. Ich möchte aber an einer Stelle denke ich ein Missverständnis aufklären: ein gutes Blockhaus bzw. Holzhaus ist in den Zwischendecken komplett ohne Wasserundurchlässige bzw. ohne Dämmmaterial gebaut (wie Folien, Styropor, etc.). Reines Holz! So wie bei uns. Alles was bisher an Wasser von den Kindern im OG aus der Wanne ausgekippt wurde (Eimerweise), kam im EG an und die Decken waren dann auch wieder komplett durchgetrocknet. Wenn man eine Holzkonstruktion – wie oft – mit Dämmstoffen die kein Wasser durchlassen oder es stauen, ausstattet, dann kommt es sicherlich zu Schimmel, Pilzen, Rissen, usw. Sonst aber nicht, da das Holz einfach frei austrocknen kann.

  7. Ich habe da andere Erfahrungen gemacht.
    Es mag sein, dass dies in einem Privatgebäude bei relativ geringen Wassermengen klappt, wenn man selbst dafür haftet.
    Ich trockne seit 7 Jahren Holzgebäude nach Wasserschäden. Die typischen Trocknungsfirmen (Estrichtrockner) sind da in der Regel nicht wirklich in der Lage dies fachgerecht durchzuführen. Nicht weil sie dafür zu blöd sind, sondern weil diese Firmen ein anderes Geschäftsmodel haben.
    Bei der Holztrocknung im Bestand muss eine umfangreiche Bestandsaufnahme durchgeführt werden, damit das gesamte Ausmaß ersichtlich wird. Dies bedeutet, das Tiefenmessungen(über den gesamten Querschnitt ) in den Holzbauteilen durchgeführt werden sollten.
    Bei Holzfeuchten über Fasersättigung ist eine kotrollierte technische Trocknung mit Kontrolle der Temperatur, Luftfeuchte und Holzfeuchte durchzuführen. Der Grund hierfür ist, dass wenn man zu schnell trocknet das Holz einreisen kann und somit kein kapillarer Wassertransport mehr möglich ist. Daraus folgt, dass hier das Holz nicht mehr rücktrocknen kann und die Gefahr der Holzzerstörung durch entsprechende Pilze gegeben ist.

    @Malte
    Das es in Holzhäusern öfters zu Feuchteschäden kommt kann ich so nicht bestätigen. Es stimmt natürlich, dass es im Holz den Spezialfall der holzzerstörenden Pilze gibt, der relevant ist bei lang anhaltender hoher Feuchtigkeit, jedoch hat der Massivbau andere Probleme zum Beispiel bei wärmegedämmten Hohlblockziegeln. Was passiert denn, wenn mal so ein Ziegel vollgelaufen ist? Wie bekomme ich das Wasser dann wieder raus? Was ist mit den Wärmedämmeigenschaften ? Klar ist, dass der Wärmedämmwert bei feuchter Dämmung im Stein nicht mehr dem Originalzustand entspricht. Was ist wenn der Stein wieder getrocknet ist? Ist die Dämmung dann noch intakt?

    Ich möchte hier weder pro Holz noch gegen Massivbau sprechen. Beide Bauweisen funktionieren, wenn sie fachgerecht ausgeführt werden.

  8. Ich sehe das nicht als Blödsinn an. Schäden in Holzhäusern mit bleibendem wirtschaftlichen Schaden sind gem. Statista deutlich niedriger. Die Ausgaben der Versicherungen bei Beton bzw. Steinbauten auch deutlich höher (Faktor 8,55). Meine Gebäudeversicherung (Gothaer) deckt einen Schaden durch Schädlinge voll ab. Aber der Hinweis ist sehr wertvoll, dass man bei Abschluss einer Versicherung dieses Risiko mit abdecken sollte. Schädlinge haben aber normalerweise in einem Holzhaus keine Chance, weil diese sehr schnell von selbst bei sauberer Diffusion austrocknen. Das Problem ist, dass oft mit Folien gebaut wird oder ähnlichem, so dass eine Diffusion nicht stattfindet und sich die Feuchte staut.

  9. Leider ziemlicher Blödsinn:

    1. In einem konventionellen Haus wird zwar der Beton feucht, aber das ist dem Beton ziemlich egal. Man muss ihn technisch trocknen, das wars.
    2. In einem Holzhaus kommt es viel häufiger zu Wasserschäden, da das ganze Haus in alle Richtungen arbeitet. Es ist fast egal, welche DIN eingehalten wird, immer kann es durch Reibung oder Zugkräfte dazu kommen, dass eine Muffe abrutscht, eine Leitung gequetscht wird usw., das passiert bei einem Massivhaus fast nie.
    3. Dass das Holz mal feucht wird und fault, ist nicht das echte Problem. Schadinsekten, Schimmel etc. werden durch feuchtes Holz magisch angezogen und sind dann oft auch noch im Holz, wenn dieses technisch nach dem Schaden getrocknet wurde. Die schaffen sich zum Teil ihr eigenes Klima, dass ihr Überleben auch in eigentlich trockenem Holz ermöglicht, sofern sie einmal die Eintrittspforte ,,Wasserschaden“ hatten.
    4. Schauen Sie mal in ihre Gebäudeschutzversicherung, ob sie einen Schutz gegen Schadinsekten etc. haben. Ein Tipp: Haben Sie nicht. Warum? In einem Massivhaus brauchen sie das nicht, weil kein Organismus der Welt Beton frisst. In einem Holzhaus ist das Schadenrisiko viel zu groß, weshalb das kein Versicherungsunternehmen vollumfänglich abdeckt.

    Ich schreibe das, weil wir in unserem Holzhaus einen solchen Schadensfall hatten und am Arsch waren. Wir haben das Haus dann abstoßen können. Unser Schadensgutachter und alle Handwerker meinten nur: Typisch Holzhaus, wir würden nur massiv bauen. Und genau das machen wir jetzt.

  10. üblicherweise baut man den Deckenaufbau nicht so, dass Wasser in der Decke verweilen kann. So kann es nicht passieren, dass Wasser sich in Holz einlagert. Dies ist nur möglich, wenn es eine Dämmung in der Decke gibt, die das natürliche atmen des Holzes verhindert.

  11. Zum Wasserschaden in einem Blockhaus ist das echt ein bisschen wenig. Hier hätte ich mehr Infos erwartet, insbesondere wenn Heizungsrohr über längeren Zeitraum leckt und die Feuchtigkeit entsprechen an den Balken ablagert und so das Holz schädigt, nur nach Öffnung erkennbar und dann schwarz auf eine bestimmte Höhe, schade.

    Gruß J. Elbin

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