Was macht den optimalen Holzhaus / Blockhaus Keller aus?

Wer einen Keller – vielleicht sogar einen Wohnkeller – statt der reinen Bodenplatte für sein Holzhaus plant, der sollte einige Dinge beachten, die speziell für den Holzhaus und Blockhaus Keller relevant sind und meine generellen Tipps für den Kellerbau ergänzen.

Was den meisten Bauherren im Holzhaus am wichtigsten ist, ist das sehr gute Wohnklima und damit die natürliche Atmung des Hauses. Genau dies sollte auch bei einem Blockhaus- bzw. Holzhaus Keller entsprechend unterstützt werden, damit wirklich im gesamten Gebäude ein sehr gutes Wohnklima herrscht. Für unseren Blockhaus Keller haben wir uns bereits deutlich vor dem Bau viele Gedanken gemacht, die sich nun nach 5 Jahren im Blockhaus als sehr nützlich erwiesen haben.

Zunächst ist es für den optimalen Blockhaus Keller wichtig, dass man den Keller unterhalb der Bodenplatte entsprechend gut dämmt, damit er nicht von unten kalt wird. Lediglich im Bereich unseres Weinkellers haben wir ausschließlich gegen Feuchte aber nicht gegen Kälte gedämmt, damit wir im Weinkeller die Kühle aus dem Erdreich gewinnen können und nicht ständig die Weinklimaanlage unter Volllast fahren müssen. Wir haben hierzu unter der Bodenplatte eine Sauberkeitsschicht mit Filterkies realisiert auf der dann die Stahlbeton-Bodenplatte gegossen wurde und hiernach haben wir diese oberhalb dick mit versetzt gelegtem Styropor ausgelegt. Diese dicke Schicht muss zu Beginn eingeplant werden, denn sonst passen die Raumhöhen nicht, weil oft werden hier nur 6 cm Dämmung eingeplant – wir haben mit 14 cm gedämmt, d.h. 2 x 7 cm Styroporplatten. Wer einen Wohnraumkeller plant, der verlegt dann innerhalb der zweiten Schicht seine Fußbodenheizung, die somit nach unten gedämmt ist und die Wärme nach oben abgibt.

Auf diese Dämmung haben wir dann einen Fließestrich gegeben, den wir zum einen recht dünn ausgelegt haben, damit die Fußbodenheizung schnell wirkt und zum anderen in einer sehr schnell trocknenden Variante gewählt haben, denn sonst kommt zu viel Feuchtigkeit in das Holzhaus, was nicht gut ist und bei einem Blockhaus aus Kiefer die Entstehung von Bläuepilz fördert – was unschön aber ungefährlich ist und sich von selber nach einigen Wochen wieder gibt. Alternativ kann man auch im Keller einen Trockenestrich verlegen und einen Holzboden aufbringen, der dann die Atmung unterstützt.

Wichtig war uns die Atmung auf den großen Flächen, d.h. wir haben den Keller aus Poroton Steinen mauern lassen, die sehr atmungsaktiv sind und mit der 36 cm dicken Wandstärke dann ordentliche Atmung gewährleisten. Unseren Blockhaus Keller haben wir dann nicht mit einem Gipsputz sondern in großen Teilen mit einem Lehmputz verputzt, der ebenfalls ein mehr als optimales Wohnklima bringt. Die Kosten sind nicht viel höher, da die Arbeitszeit identisch ist und die reinen Materialkosten nicht allzu viel ausmachen. Auch in Räumen die nicht als Wohnraum genutzt werden, haben wir einen hochwertigen Putz (Rotband) verwendet, der deutlich besser atmet.

Die Poroton Aussenmauern haben wir von außen mit einem Bitumenanstrich gegen Wasser abgedichtet – den Anstrich haben wir doppelt vorgenommen. Auf diese Bitumenschicht haben wir im sichtbaren Bereich eine Verbunddämmsystem aufgebracht, dass von aussen verputzt ist. Im Bereich des Erdreiches des Blockhaus Kellers haben wir von außen mit Styropor gedämmt, denn der Keller braucht nicht nach außen zu atmen sondern zum einen in die Wand (also die Porotonsteine), in den Bodenaufbau (falls aus Trockenestrich) und in das Holzhaus über die – und das ist ideal – Kellerdecke.

Die Blockhaus Kellerdecke kann natürlich aus Beton gegossen werden, aber ideal ist es natürlich diese in einer Holzkonstruktion zu realisieren. Das kann optisch – nicht nur für einen Wohnkeller – toll aussehen mit einer offenen Deckenkonstruktion bringt aber eine ideale Verbindung zum Holzhaus und kostet nicht mehr als eine gegossene Kellerdecke mit entsprechendem Estrich. Der Blockhaus Keller wird somit hinsichtlich des Wohnklimas erweitert um das gesamte Holzhaus und ein durchgängiges Raumklima herrscht im ganze Haus. Hierzu wird auf die Außenmauern eine Deckenbalkenkonstruktion montiert, die nach außen entsprechend abgedämmt werden muss, damit die Balken nicht Feuchtigkeit von außen aus dem Erdreich zieht. Ideal ist es, wenn die Kelleroberkante außerhalb des Erdreiches liegt. Auf diese Deckenbalkenkonstruktion kommt dann die Schalung, der Bodenaufbau des Erdgeschosses und dann entsprechend ein Trockenestrich. Dies hat zudem den Vorteil, dass auch Durchbrüche aus dem Blockhaus Keller ins Erdgeschoss einfach realisiert werden können und die Wärme des Kellers auch die oberen Etagen mit heizt. Wir haben so eine schöne Glasplatte im Boden zwischen Weinkeller und Küche realisiert.

Einen solchen Kellerdeckenaufbau habe ich erstmals bei einem Holzbau Stocksiefen Eco Holzhaus gesehen und das Feedback des Bauherren was sehr positiv. Der klimatische Unterschied zu einem Betonkeller war sofort zu spüren und selbst gegenüber atmungsaktiv gemauerten Kellern bringt diese Art der Kellerdecke einen großen Vorteil. Da zudem keine Feuchte in den Bau eingebracht wird kann man schneller einziehen und vor allem ist die Gefahr einer Schimmelbildung und von Bläuepilz nicht gegeben.

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